Taiwan hat sich angesichts einer verstärkten Präsenz chinesischer Marineschiffe und Luftstreitkräfte alarmiert gezeigt und China eindringlich aufgefordert, seine militärischen Aktivitäten in den angrenzenden Gewässern zu beenden. Das Außenministerium in Taipeh mahnte, dass die von Peking ausgehende militärische Einschüchterung und irrationale Handlungen die regionale Stabilität gefährden. Auch das Präsidialamt betonte die ernste Bedrohung, die von der Entsendung chinesischer Einheiten ausginge und die weltweit Besorgnis hervorgerufen habe. Die jüngsten Beobachtungen Taiwans zeigen eine ungewöhnlich starke chinesische Militärpräsenz seit Wochenbeginn, besonders entlang der „Ersten Inselkette“, einer strategisch bedeutsamen Meeresregion zwischen dem chinesischen Festland und mehreren asiatischen Inselstaaten. China hat wiederholt Militärübungen um Taiwan durchgeführt, hält sich über die konkreten Aktivitäten dieser Woche bisher allerdings bedeckt. In der Vergangenheit folgten solche Manöver auf bedeutende politische Ereignisse in Taiwan, wie etwa im Mai nach der Amtseinführung von Präsident Lai Ching-te oder im Oktober nach seiner Rede zum Nationalfeiertag. Auch der Besuch von Nancy Pelosi im Jahr 2022 führte zu einer deutlichen Reaktion Pekings. Ein Sprecher aus Peking vermied am Mittwoch eine direkte Stellungnahme zu den Vorwürfen aus Taiwan und betonte stattdessen Chinas Entschlossenheit, seine nationale Souveränität und territoriale Integrität zu verteidigen. Beobachter hatten bereits mit einer Reaktion auf die jüngste Auslandsreise des taiwanischen Präsidenten gerechnet, der zuletzt US-Territorien wie Hawaii und Guam besuchte. Aus Pekings Sicht, das Taiwan als Teil seines Territoriums betrachtet, sind offizielle Kontakte Taiwans mit anderen Staaten inakzeptabel.
Politik
Taiwan fordert Ende chinesischer Militärmanöver: Spannungen im Indo-Pazifik nehmen zu