22. Februar, 2024

Pharma

Südkorea gegen Ärztemangel: Massive Aufstockung der Medizinstudienplätze geplant

Südkorea gegen Ärztemangel: Massive Aufstockung der Medizinstudienplätze geplant

Die südkoreanische Regierung sieht sich mit einem wachsenden Ärztemangel konfrontiert und hat deshalb einen weitreichenden Schritt angekündigt: Die Zahl der Studienplätze für angehende Mediziner soll in beträchtlichem Maße erhöht werden. Bereits im kommenden Jahr ist vorgesehen, die Kapazität der jährlichen Neuaufnahmen um 2000 Studienplätze auf ein Gesamtvolumen von 5058 zu steigern. Die Anzahl der Medizinstudenten war bisher mit einer Höchstgrenze von 3058 seit dem Jahr 2006 fixiert, eine Regelung, die sich nun ändern wird.

Diese Maßnahme gründet auf Prognosen, laut denen bis zum Jahr 2035 ein Defizit von bis zu 15000 Ärzten eine effektive medizinische Versorgung der südkoreanischen Bevölkerung gefährden könnte. Besondere Faktoren, wie die rapide Alterung der Gesellschaft bei gleichzeitig sinkender Geburtenrate, unterstreichen die Dringlichkeit der Lage. Tatsächlich zählt Südkorea zu den Nationen mit der am schnellsten alternden Bevölkerung, wobei das Land derzeit rund 52 Millionen Einwohner verzeichnet.

Dennoch wird der Plan der konservativen Regierung unter Präsident Yoon Suk Yeol von ärztlichen Organisationen kritisiert. Die einflussreiche Koreanische Ärztevereinigung hat bereits Unmut signalisiert und mit landesweiten Streiks gedroht. Die Ärzteschaft moniert vor allem den Mangel an Konsultationen seitens der Regierung vor der Vorstellung ihres Konzepts. Auch in den ländlichen Regionen, in denen der Ärztemangel sich besonders bemerkbar macht, wird nach Lösungen gesucht. Im internationalen Vergleich liegt die Dichte der Ärzte in Südkorea mit 2,6 Medizinern pro 1000 Einwohner unterhalb des Durchschnitts der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), der 3,7 Ärzte verzeichnet.