04. Mai, 2026

Politik

Südkorea erschüttert: Präsident Yoon Suk Yeol vorübergehend entmachtet

Südkorea erschüttert: Präsident Yoon Suk Yeol vorübergehend entmachtet

Das politische Drama in Südkorea erreichte seinen Höhepunkt mit der vorläufigen Entmachtung von Präsident Yoon Suk Yeol, der nach elf turbulenten Tagen von seinen offiziellen Pflichten entbunden wurde. Der überraschende Beschluss, das Kriegsrecht auszurufen, hatte das Land in eine schwere politische Krise gestürzt.

Am Abend des 3. Dezembers verkündete Yoon im nationalen Fernsehen die Ausrufung des Kriegsrechts mit der Absicht, angebliche „staatsfeindliche Kräfte“ zu beseitigen und eine politische Pattsituation zu überwinden. Kurz darauf erließ das Militär ein Dekret, das die Tätigkeit politischer Parteien untersagte, während Truppen das überwiegend von der Opposition kontrollierte Parlament in Beschlag nahmen.

Trotz militärischer Anordnungen lehnten 190 Abgeordnete am darauffolgenden Morgen Yoons Erklärung einstimmig ab, woraufhin sich die Truppen zurückzogen. Yoon widerrief das Kriegsrecht nach etwa sechs Stunden. Dennoch reichten Oppositionsparteien einen Antrag auf Amtsenthebung ein.

Internationale Kritik ließ ebenfalls nicht auf sich warten. Kurt Campbell, der stellvertretende US-Außenminister, bezeichnete Yoons Entscheidung als „tief problematisch“ und „illegal“. Innerhalb der regierenden People Power Party (PPP) wuchs der interne Druck, während die Polizei Ermittlungen gegen Yoon und weitere Spitzenpolitiker wegen Hochverrats einleitete.

Am 14. Dezember stimmte das Parlament mit 204 zu 300 Stimmen für die Amtsenthebung, unterstützt von mindestens 12 PPP-Mitgliedern. Die präsidialen Befugnisse von Yoon wurden suspendiert, und Premierminister Han Duck-soo übernahm vorübergehend die Amtsgeschäfte.

Der Verfassungsgerichtshof hat nun bis zu sechs Monate Zeit, um über einen endgültigen Amtsenthebungsbeschluss zu entscheiden.