24. Juni, 2024

Wirtschaft

Studie zeigt: Dexit könnte Deutschland schwer treffen

Studie zeigt: Dexit könnte Deutschland schwer treffen

Eine aktuelle wissenschaftliche Untersuchung signalisiert gewichtigen Alarm für Deutschland: Ein hypothetischer Austritt aus der Europäischen Union – kurz Dexit genannt – könnte dramatische wirtschaftliche Konsequenzen nach sich ziehen. Zu diesem Schluss kommen Forscher des Instituts der deutschen Wirtschaft mit Sitz in Köln.

Die Alternative für Deutschland (AfD) hegt Ambitionen, die europäische Integration partiell zurückzuführen und plädiert für eine Union, die primär aus eigenständigen Staaten besteht, die wirtschaftliche und Interessenbündnisse pflegen. Doch die Wissenschaftler des IW prophezeien für eine solche Entwicklung einen Wohlstandsverlust und ökonomische Erschütterungen, die Deutschland nachhaltig erschüttern könnten.

Die Prognosen sind erschreckend: Ein Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um geschätzte 5,6 Prozent oder umgerechnet 690 Milliarden Euro innerhalb von fünf Jahren könnte Realität werden. Hinzu käme ein potenzieller Verlust von rund 2,5 Millionen Arbeitsstellen im fünften Jahr nach einem Dexit – ein Szenario, das volkswirtschaftlich den Schäden gleichkäme, welche die Corona-Pandemie und die Energiepreiskrise infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine hinterließen.

Die Forscher gestalteten ein Modell basierend auf dem Brexit Großbritanniens, untersuchten dessen wirtschaftliche Einflüsse von der Volksabstimmung im Sommer 2016 bis zum Jahr 2021 und übertrugen die Ergebnisse auf deutsche Verhältnisse, unter Berücksichtigung nationaler Unterschiede. Eine tatsächliche Umsetzung des Dexits könnte, so ist in der Studie zu lesen, aufgrund Deutschlands starker Verflechtungen innerhalb der EU und der Zugehörigkeit zur Eurozone noch gravierendere Folgen heraufbeschwören.

Großbritannien verzeichnete nach der Entscheidung für den EU-Austritt vorzeitig Wachstumseinbrüche. Ein erstarktes Pfund und die daraus resultierenden teureren Importe, stagnierende Investitionen aufgrund von Unsicherheit bezüglich der zukünftigen EU-Beziehungen sowie das Versäumen des EU-internen Handelsbooms sind erwähnenswerte Punkte der Studie. Der Abschluss neuer Handelsabkommen durch Großbritannien mit Staaten wie Australien und Neuseeland konnte kaum Konjunkturimpulse liefern und somit nicht ansatzweise die geschätzten Einbußen ausgleichen, welche durch den Brexit entstanden sind, so die Wissenschaftler.

Zusammenfassend zeigt die Studie auf, dass ein Dexit für Deutschland weitreichende negative wirtschaftliche Auswirkungen hätte und das Land vor große Herausforderungen stellen würde.