31. August, 2026

KI

Sprachgesteuerte Küchen und automatisierte Routineaufgaben – KI-Visionen auf der Hannover Messe

Sprachgesteuerte Küchen und automatisierte Routineaufgaben – KI-Visionen auf der Hannover Messe

In einem Zeitalter, in dem künstliche Intelligenz (KI) zunehmend Einzug in unser alltägliches Leben hält, erwachsen aus den Ideenfindungen in unseren eigenen Küchen revolutionäre Innovationen. Die Vision von Gunther Kegel, dem Chef des Mannheimer Sensorikunternehmens Pepperl und Fuchs, gestaltet sich ebenso progressiv wie pragmatisch: Sensoren, die ein Überlaufen auf dem Herd erkennen und zukünftig sogar auf Sprachbefehle reagieren, könnten bald die Küchenarbeit erleichtern und einen Mehrwert im Alltag schaffen.

Der Leitspruch 'Platte eins, Stufe acht' mag heute noch wie Musik aus einer fernen Zukunft klingen, doch die rasante Entwicklung im Bereich der KI macht diese und andere wegweisende Anwendungen immer greifbarer. Als Präsident des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) wirft Kegel ein Licht auf die schier unendlichen Möglichkeiten, die KI-Technologien in Aussicht stellen: von der automatischen Erstellung von Handbüchern und Abgleichen mit Spezifikationen bis hin zur Bearbeitung eingehender Schreiben und Rechnungen.

Die Hannover Messe, die vom 22. bis 26. April stattfindet, bietet eine Bühne für diese innovativen Durchbrüche. Hochmoderne Maschinen und Roboter zeigen dort ansatzweise, was KI heute schon zu leisten vermag und welche Potenziale in ihr schlummern. Siemens präsentiert in Kooperation mit Microsoft einen entwickelten 'Industrial Copilot', eine Art Ingenieurs-Assistenz mit natürlicher Sprachsteuerung, vergleichbar mit dem populären Chatbot ChatGPT.

Messechef Jochen Köckler betont die beeindruckende Geschwindigkeit der KI-Integration in die Industriezweige und deren enorme Wirkung. Die Technologie erschließt trotz Fachkräftemangels Wachstumsmöglichkeiten und entfaltet eine Kraft, deren volles Ausmaß heute noch kaum erfasst werden kann.

Im eigenen Unternehmen setzt Kegel bereits seit Jahren KI-Lösungen ein, unter anderem in der Bildverarbeitung und Signalauswertung komplexer Sensoren. Er unterstreicht auch, dass generative KI und sprachgesteuerte Anwendungen wie ChatGPT den Einsatz von KI zusätzlich beschleunigen und der deutschen Industrie auf internationaler Bühne Vorsprung verschaffen könnten.

Die jüngsten Ergebnisse einer von Google in Auftrag gegebenen Studie des Forschungsinstituts IW Consult projizieren für die deutsche Industrie einen signifikanten Wirtschaftsschub durch KI-Technologien: Eine Steigerung der Bruttowertschöpfung um nahezu acht Prozent, was 56 Milliarden Euro im verarbeitenden Gewerbe und potenziell 330 Milliarden Euro für die Gesamtwirtschaft bedeutet.

Allerdings warnt Kegel auch vor allzu strikten Regulierungen auf europäischer Ebene, die die innovativen Potentialen hemmen könnten. Das kürzlich verabschiedete KI-Gesetz der EU sieht er kritisch, speziell die noch unklare Einstufung von Risiko-KI. Er appelliert für eine angemessene Umsetzung in nationales Recht, die nicht alle Anwendungen über einen Kamm schert und die Innovationskraft unterstützt, anstatt sie zu bremsen.