Vor dem renommierten Londoner Gericht Old Bailey haben zwei Männer die Anschuldigungen, Hongkongs Auslandsgeheimdienst in Großbritannien unterstützt zu haben, zurückgewiesen. Chung Biu Yuen, 64, und Chi Leung Wai, 39, alias Peter Wai, plädierten auf "nicht schuldig" in Bezug auf zwei Anklagen im Rahmen des britischen National Security Act. Dieses Gesetz, das im letzten Jahr verabschiedet wurde, soll den Behörden erweiterte Möglichkeiten geben, Bedrohungen durch ausländische Staaten zu bekämpfen.
Yuen und Wai, die beide die chinesische und britische Staatsangehörigkeit besitzen, wird vorgeworfen, im Zeitraum von Dezember 2023 bis Mai dieses Jahres im Auftrag fremder Intelligenzdienste Informationen gesammelt, Überwachungen durchgeführt und Täuschungen begangen zu haben. Zudem sollen sie am 1. Mai widerrechtlich in eine Wohnung eingedrungen sein.
Britische Polizeibehörden behaupten, diese Handlungen seien im Auftrag des Geheimdienstes von Hongkong erfolgt, was die ehemalige britische Kolonie schwer belastet. Das chinesische Konsulat in London weist die Vorwürfe jedoch als erfunden zurück und betont, Großbritannien habe kein Recht, sich in Hongkongs Angelegenheiten einzumischen.
Der im Ruhestand befindliche Yuen arbeitete einst als Polizeibeamter in Hongkong und war Büroleiter im Wirtschaft und Handelsbüro der Stadt in London. Wai hingegen war Angestellter der britischen Grenzschutzbehörde und daneben ehrenamtlich als Teilzeitbeamter bei der City of London Police tätig. Der auf vier Wochen angesetzte Prozess soll am 10. März beginnen.
Der Fall hat eine tragische Wendung genommen, da ein dritter Angeklagter, der 37-jährige frühere britische Royal Marine Matthew Trickett, im Mai tot in einem Park in Maidenhead gefunden wurde, nur kurz nachdem die Anklagen gegen das Trio erhoben worden waren.
Die Beziehungen zwischen Großbritannien und China, die seit der Rückgabe Hongkongs an China im Jahr 1997 angespannt sind, haben unter diesen jüngsten Entwicklungen weiter gelitten. Trotz der Sicherheitsmaßnahmen hat der britische Premierminister Keir Starmer erst letztes Monat bei einem Treffen mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping auf stabile und beständige Beziehungen hingewiesen.