22. April, 2024

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Solarindustrie im Umbruch: Meyer Burger schließt Standort Freiberg

Solarindustrie im Umbruch: Meyer Burger schließt Standort Freiberg

Die Zeitenwende in der Solarbranche nimmt weiterhin scharfe Konturen an, wie das jüngste Beispiel des Schweizer Solarherstellers Meyer Burger zeigt. Das Unternehmen teilte mit, die Schließung seiner Produktionsstätte in Freiberg, Sachsen, endgültig besiegelt zu haben. Das Echo der Industrieglocken klingt für viele der dort Beschäftigten nun bedauerlich still: Rund 500 Mitarbeitende erhielten ihre Kündigungsschreiben, untermalt vom Verlust von über 400 Arbeitsplätzen. Ein Silberstreif am Horizont wird für einen Teil des Personals in Form von Vertragsangeboten in anderen Zweigen des Unternehmens gesehen.

Ein Funken Hoffnung, der unlängst erlosch, war die Entscheidung gegen den als Resilienzbonus titulierten Finanzierungsschirm, welcher von Finanzminister Christian Lindner nicht gewährt wurde. Eine Schutzmaßnahme europäischer Prägung, die Meyer Burger als notwendige Stütze für den Erhalt der sächsischen Produktion betrachtete. Die Realität hat die Fertigungslinien jedoch bereits Mitte März zur Ruhestellung gezwungen.

Die Zahlen des Vorjahres entlarven die bittere Wahrheit – das Unternehmen musste einen deutlichen Verlust verbuchen. Hierbei wird die wirtschaftliche Erdrückung durch preiswerte Importe aus China als Hauptursache für die Schwierigkeiten angeführt. Solche globalen Marktverschiebungen stellen besonders für europäische Hersteller eine immer größer werdende Herausforderung dar.

Abschließend bleibt festzuhalten, dass die Zukunft der Solarproduktion in Europa an einem kritischen Wendepunkt angekommen scheint. Die Kreuzung aus technologischer Innovation und politischer Unterstützung könnte richtungsweisend für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der Branche sein.