18. Juli, 2024

Wirtschaft

Shein plant Millionen-Investitionen in die europäische Modeindustrie

Shein plant Millionen-Investitionen in die europäische Modeindustrie

Der asiatische Online-Händler Shein hat angekündigt, in den kommenden fünf Jahren insgesamt 250 Millionen Euro in die Modeindustrie der Europäischen Union und Großbritanniens zu investieren. Im Zentrum dieses umfassenden Investitionsprogramms steht der sogenannte „Zirkularitätsfonds“, der mit einem Startkapital von 200 Millionen Euro ausgestattet ist.

Dieser Fonds baut auf den bisherigen Initiativen von Shein im Bereich der Kreislaufwirtschaft auf und zielt darauf ab, Forschung, Entwicklung und Innovationen in der Modebranche zu fördern. Damit sollen insbesondere europäische Start-ups und Unternehmen unterstützt werden, die Technologien und Lösungen für eine nachhaltigere Zukunft entwickeln.

Von den geplanten Investitionen sind weitere 50 Millionen Euro zur Unterstützung von Marken, Designern und Kunsthandwerkern vorgesehen. Diese sollen dazu beitragen, die Online-Geschäfte der Kreativen über den „Shein Marketplace“ auszubauen. Zudem prüft das Unternehmen die Errichtung von Produktionsanlagen in der EU oder in Großbritannien.

Shein hat sich bisher vornehmlich als Anbieter von „Fast Fashion“ profiliert, mit preisgünstigen Produkten aus China, die schnell der Nachfrage angepasst werden. Dies wird durch eine starke Präsenz auf Social-Media-Plattformen wie Instagram, TikTok und YouTube unterstützt. Kritiker bezweifeln jedoch die Nachhaltigkeit dieses Geschäftsmodells und werfen dem Unternehmen manipulative Designs und mangelnden Verbraucherschutz vor.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) kritisierte Shein Ende April wegen manipulativer Designs zur Kaufanimation und komplizierter Beschwerdewege, was gegen den Digital Services Act (DSA) der Europäischen Union verstoßen soll. Die Europäische Kommission verlangte Ende Juni von Shein und dem ebenfalls kritisierten Online-Händler Temu mehr Informationen.

Shein äußerte sich in seiner Investitionsankündigung nicht zu dieser Kritik, betonte jedoch, dass die Fördermittel auch Verträge mit etablierten Start-ups umfassen, die Produktionskapazitäten für recycelte Textilien oder umweltschonende Fasern besitzen.