13. April, 2024

Grün

Schwieriger Weg zur Bio-Strategie 2030: Geringe Fortschritte in deutscher Landwirtschaft

Schwieriger Weg zur Bio-Strategie 2030: Geringe Fortschritte in deutscher Landwirtschaft

Die grüne Wende in der deutschen Landwirtschaft schreitet voran, doch verbleibt sie hinter den ambitionierten Zielen der Bundesregierung, die in der "Bio-Strategie 2030" festgeschrieben sind. Zum aktuellen Stand - weit ab von dem angestrebten Drittel ökologischer Bewirtschaftung bis 2030 - zeichnet sich ab, dass ein immenser Kraftakt notwendig sein wird, um diesen Meilenstein zu erreichen. Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes verkünden einen Bio-Anteil von 11,2 Prozent in der Agrarlandschaft, ein Zuwachs, der gerade eine leichte Brise im Segel der Bio-Wende darstellt, verglichen mit den 9,6 Prozent des Jahres 2020.

Bayern, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern nehmen bei der ökologischen Umgestaltung die Pole-Positionen ein, während die Aufstockung der Bio-Betriebe auf über 28.000 eine beachtliche Entwicklung darstellt. Trotzdem bleibt es fraglich, ob die gesetzten Ziele erreicht werden können. Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir betont die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Vorteile, die ein Bio-Anteil von 30 Prozent mit sich bringen könnte, insbesondere hinsichtlich der Senkung von Treibhausgasemissionen.

Die deutsche Bauernschaft, vertreten durch ihren Generalsekretär Bernhard Krüsken, erkennt ebenfalls, dass die steigende Bio-Quote nicht nur eine agrarwirtschaftliche Herausforderung, sondern auch eine Frage des Konsums ist. Um das anspruchsvolle Ziel zu erreichen, ist eine Verhaltensänderung der Verbraucherinnen und Verbraucher unerlässlich.

Der Appetit auf Bio-Produkte schien im Angesicht der Inflationsrate von 2022 zu erlahmen. Jedoch gibt der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) Anlass zur Hoffnung, indem er eine positive Trendwende in der Nachfrage und im Umsatz von Bio-Erzeugnissen signalisiert.

Doch Niedersachsen, als Agrar-Großmacht, sieht sich gezwungen, seine Zwischenziele zum Öko-Ausbau zu hinterfragen. Trotz der Bescheinigung eines leichten Optimismus durch die Agrarministerin Miriam Staudte, dämmert die Hoffnung, das Ziel für 2025 zu erreichen, am Horizont der Realität.

Die Dynamik der ökologischen Revolution in der Landwirtschaft ist somit spürbar. Zum großen Sprung genügen die heutigen Trends jedoch nicht. Es wird eine tiefgreifende Veränderung in Verbrauchergewohnheiten und eine nachhaltige Stärkung des Bio-Marktes erfordern, um das grüne Ufer zu erreichen, das die "Bio-Strategie 2030" uns in Aussicht stellt.