Angeblich hat Russland versucht, über das Genehmigungsverfahren für die Erdgasleitung Nord Stream 2 an geheime Daten der Nato zur Ostsee zu gelangen. Dies berichteten Landtagsabgeordnete nach einer Zeugenbefragung im Untersuchungsausschuss zur Klimastiftung Mecklenburg-Vorpommern. Der CDU-Abgeordnete Sebastian Ehlers berichtete, dass das Bergamt Stralsund als Genehmigungsbehörde bei der Bundeswehr im Auftrag von Nord Stream 2 nach Koordinaten der U-Boot-Tauchgebiete der Nato in der Region gefragt habe. René Domke von der FDP bestätigte diese Information und zeigte sich verwundert darüber, dass solche sensiblen Informationen weitergegeben werden sollten, insbesondere an einen Vorhabenträger mit Sitz in der Schweiz und im Eigentum des russischen Staatskonzerns Gazprom. Dabei handelte es sich offenbar um stark vergröberte Daten.
Der bündnisgrüne Obmann im Untersuchungsausschuss, Hannes Damm, äußerte sich schockiert über das Vorgehen des Bergamtes und erklärte, dass dies die Sicherheit der Bundesrepublik und der Nato gefährdet habe.
Die Klimastiftung Mecklenburg-Vorpommern wurde Anfang 2021 gegründet, um die Fertigstellung der Erdgasleitung Nord Stream 2 trotz angedrohter US-Sanktionen zu ermöglichen, was auch gelang. Der Untersuchungsausschuss wurde auf Initiative der Opposition ins Leben gerufen, um unter anderem den Einfluss der russischen Geldgeber auf die damalige SPD/CDU-Landesregierung bei der Stiftungsgründung zu klären.
Nord Stream 2, ein Tochterunternehmen des russischen Staatskonzerns Gazprom, war mit 20 Millionen Euro der größte Geldgeber der Klimaschutzstiftung MV. Die Inbetriebnahme von Nord Stream 2 wurde im Februar 2022 aufgrund des russischen Überfalls auf die Ukraine gestoppt.