Nach dem jüngsten politischen Umbruch in Syrien, der zur Absetzung des ehemaligen Machthabers Baschar al-Assad führte, bleibt der Rückkehrstrom syrischer Flüchtlinge aus der Türkei in ihr Heimatland vorerst überschaubar. Trotz offener Grenzübergänge, wie etwa am Öncüpinar-Punkt in der türkischen Provinz Kilis, blieb heute ein massenhafter Andrang aus, wie eine deutsche Journalistin beobachtete.
Am ersten Tag der Grenzöffnung, direkt nach dem Machtwechsel in Damaskus, zählten die Behörden etwa 700 Übertritte am Öncüpinar-Übergang, wobei die Zahl in den darauffolgenden Tagen rückläufig war. Ein Bericht der Zeitung "Cumhuriyet" verdeutlichte, dass am westlich gelegenen Cilvegözü-Pass gestern rund 1.000 Personen die Grenze nach Syrien überquerten. Um den steigenden logistischen Anforderungen zu begegnen, hat die Migrationsbehörde zusätzliches Personal eingestellt.
Obwohl das türkische Innenministerium bisher keine genauen Zahlen zu den Grenzüberschreitungen herausgab, wird die Lage sorgfältig beobachtet. Die Türkei beherbergt nach Angaben der Vereinten Nationen derzeit immer noch rund drei Millionen syrische Flüchtlinge und ist damit weltweit für die größte Anzahl an syrischen Geflüchteten verantwortlich.