18. Juni, 2026

Märkte

Rückgang der Ölpreise: Welche Aktien bleiben stabil?

Rückgang der Ölpreise: Welche Aktien bleiben stabil?

Die jüngsten Entwicklungen auf dem Ölmarkt haben für einige Turbulenzen gesorgt: Der Preis für West Texas Intermediate (WTI) Rohöl erreichte zwar kürzlich ein Hoch von über 77 US-Dollar, fiel jedoch in der vergangenen Woche auf etwa 70,60 US-Dollar pro Barrel – ein Rückgang von 9 Prozent. Allein heute verzeichnete WTI einen Preissturz von 4,5 Prozent. Auch Brent-Öl, der internationale Maßstab, sank um etwa 4,1 Prozent und liegt derzeit bei etwa 74 US-Dollar. Ein Bericht der Internationalen Energieagentur (IEA) wird als Hauptgrund für diesen Preisverfall angeführt. Die Agentur warnte vor einem 'reichlichen Angebot und verlangsamtem Nachfragewachstum' bis Ende 2024, was Investoren beunruhigt. Ursprünglich war prognostiziert worden, dass der Ölbedarf bis Ende 2024 um 903.000 Barrel pro Tag höher sein würde als 2023. Dies wurde jedoch auf ein Wachstum um lediglich 862.000 Barrel pro Tag korrigiert, ein Rückgang von 4,5 Prozent. Die Erholung der Nachfrage soll erst 2025 mit einem Anstieg um etwa 998.000 Barrel pro Tag erfolgen. Besonders schwach zeigt sich die Nachfrage in China, dem größten Ölverbraucher weltweit. Die IEA berichtet, dass der Verbrauch dort im August um 500.000 Barrel pro Tag im Vergleich zum Vorjahr gesunken ist, was den vierten Monat in Folge einen Rückgang darstellt. Dem gegenüber steht ein Anstieg der Ölproduktion, wobei laut IEA insbesondere die USA, Brasilien, Guyana und Kanada außerhalb der OPEC ihre Förderung um 1,5 Millionen Barrel pro Tag in diesem und im nächsten Jahr steigern könnten. Auch die Produktionssteigerungen der OPEC+ Staaten tragen zur Angebotsausweitung bei. Dies könnte letztlich zu einem Überangebot und einem Preiswettbewerb unter den Anbietern führen. Dennoch bleibt die Ölindustrie zyklisch: Niedrige Preise führen traditionell zu einem Nachfrageanstieg, der wiederum die Preise steigen lässt. Dies birgt Potenzial für Investitionen in Ölaktien. Aktuell wird die Aktie von ExxonMobil mit dem 14,8-Fachen der bisherigen Gewinne als die teuerste gehandelt, ConocoPhillips mit dem 12,2-Fachen und Shell mit dem 12,1-Fachen. Analysten rechnen bei allen drei Aktienunternehmen in den kommenden fünf Jahren mit einstelligen Wachstumsraten: ExxonMobil 6%, ConocoPhillips 7% und Shell 5%. Was Dividenden betrifft, ist Shell mit einer Rendite von 4% besonders großzügig. Conoco zahlt 2,8% und ExxonMobil bietet eine Dividende von 3,1%. Trotz der Unterschiede bleibt die langfristige Perspektive für Anleger in diesen Ölaktien positiv, vorausgesetzt, sie bleiben geduldig investiert.