15. Juli, 2024

Pharma

Roche: Abwärtskurs nach Forschungsfehlschlag bei Krebsmedikament

Roche: Abwärtskurs nach Forschungsfehlschlag bei Krebsmedikament

Die Aktionäre von Roche mussten am Donnerstag eine herbe Enttäuschung hinnehmen. Der Pharmakonzern meldete, dass der Krebs-Antikörper Tiragolumab in einer Kombinations-Studie die gesetzten Ziele nicht erreichte. Diese Niederlage ist besonders schmerzlich, da große Hoffnungen in den neuen Wirkstoff gesteckt wurden.

An der Börse setzte sich für Roche ein klarer Abwärtstrend fort. Zwar gelang es den Aktien bis zum Mittag, das anfängliche Minus um 1,5 Prozent zu verringern, dennoch blieb Roche der größte Verlierer im Swiss Market Index (SMI). Der Jahresverlauf zeigt nun ein leichtes Minus für Roche-Aktien, während der Zürcher Leitindex in derselben Zeit um über 8 Prozent zulegte.

Bei Analysten stießen die Studienergebnisse auf heftige Kritik. Richard Vosser von JPMorgan kündigte an, dass aufgrund des Misserfolgs alle erwarteten Umsatzchancen für Tiragolumab aus den Marktprognosen gestrichen würden. Er bestätigte seine "Underweight"-Empfehlung und behielt ein Kursziel von 210 Franken bei, das gut 13 Prozent unter dem aktuellen Kursniveau liegt. Marcel Brand von der ZKB beschrieb die Resultate als "sehr enttäuschend und unerwartet", während ein Vontobel-Experte auf ähnlich ernüchternde Ergebnisse aus früheren Studien verwies.

Obwohl Tiragolumab laut Berechnungen von Barclays lediglich zwei Prozent des Kapitalwerts von Roche ausmacht, hatten die positiven Erwartungen das Vertrauen in die Roche-Aktien zuletzt gestärkt. Am Pharmatag 2023 war die gescheiterte Studie sogar als "größte Möglichkeit für Tiragolumab" bezeichnet worden.