21. Juni, 2024

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Rekordniederschläge in Süddeutschland: Ein Jahrhundertereignis mit weitreichenden Konsequenzen

Rekordniederschläge in Süddeutschland: Ein Jahrhundertereignis mit weitreichenden Konsequenzen

Nach umfangreichen Forschungen haben Wissenschaftler des Center for Disaster Management and Risk Reduction Technology (CEDIM) bahnbrechende Erkenntnisse zu den außergewöhnlichen Regenfällen im Mai und Juni 2024 in Süddeutschland präsentiert. Die Daten zeigen, dass diese Niederschläge statistisch seltener als einmal in hundert Jahren auftreten. Verleiht man jedoch einer breiteren Betrachtung Bedeutung, so wurden besonders große, zusammenhängende Gebiete mit außergewöhnlich hohen Regenmengen belastet, was die Einzigartigkeit dieses Ereignisses unterstreicht.

Die lang anhaltenden und intensiven Regenschauer erstreckten sich über ein Gebiet von der Größe Baden-Württembergs und brachten über einen längeren Zeitraum hinweg erheblich mehr Wasser mit sich, als dies zuletzt bei der Hochwasserkatastrophe im Ahrtal im Juli 2021 der Fall war. Michael Kunz, wissenschaftlicher Sprecher des CEDIM und Co-Autor der Studie, betont, dass diese weitläufigen Niederschläge von Oberschwaben bis zum Donaumoos ein einmaliges historisches Ereignis darstellen.

Besonders betroffen waren Regionen im Süden und Westen Bayerns sowie im Osten Baden-Württembergs, wo innerhalb von 48 Stunden über 100 Liter Regen pro Quadratmeter und innerhalb von 120 Stunden oft über 200 Liter gemessen wurden. Diese gewaltigen Wassermengen führten insbesondere in der Region Günzburg und deren Umgebung zu erheblichen Schäden.

Ziel der Forschungen des interdisziplinären CEDIM-Instituts am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es, den Umgang mit natürlichen und menschengemachten Risiken in einer dynamischen Welt, geprägt von Bevölkerungswachstum, Urbanisierung und Klimawandel, zu optimieren. Durch die tiefgehende Analyse solcher Extremereignisse möchte das CEDIM dazu beitragen, ähnliche Katastrophen in Zukunft besser vorhersagen und bewältigen zu können.