14. April, 2024

Grün

Reedereien segeln auf grünen Wogen: Neubauten setzen auf alternative Energien

Reedereien segeln auf grünen Wogen: Neubauten setzen auf alternative Energien

Mit der Zielvorgabe, den ökologischen Fußabdruck zu verkleinern, nehmen Reedereien Kurs auf nachhaltigere Zeiten. Und was könnte besser in dieses Bild passen, als der Start einer neuen Kreuzfahrtsaison, der mit nachhaltigen Innovationen aufwartet? Tui Cruises etwa sticht mit der "Mein Schiff 7" in See, die – umweltbewusst – vorerst Marinediesel mit reduzierten Emissionswerten nutzt. Wybcke Meier, Geschäftsführerin des Unternehmens, spricht von einem Schiff, das bereit für die Zukunft ist: Möglichkeiten für den Antrieb mit Methanol stehen auf dem Plan, wobei hier ein besonderes Augenmerk auf der nachhaltigeren Variante, dem grünen Methanol, liegt.

Die Initiative zeigt sich auch in dem Bau eines weiteren Schiffes bei Tui Cruises, das für die Winterreisezeit 2024/25 mit umweltfreundlichem Flüssiggas (LNG) durchstarten wird. Die Flotte der Aida Cruises, die bereits mit der "AIDAnova" und "AIDAcosma" zwei LNG-Schiffe betreibt, demonstriert gleichfalls das Engagement der Branche. Konkurrent MSC Cruises setzt ebenfalls auf LNG und zeigt sich offen für künftige Umrüstungen auf grünes Methanol, wie Sprecher Dominik Gebhard verkündet.

Das Stilllegen der Schiffsmotoren während der Hafenzeit ist ein weiteres wichtiges Thema. So arbeiten Reedereien wie MSC Cruises konsequent daran, ihre Flotte auf Landstromnutzung umzurüsten – mit der Zielmarke, bis Ende des Jahres bei 72 Prozent zu liegen. Tui Cruises verspricht, innerhalb der nächsten zwei Jahre drei neu einzuführende Schiffe landstromtauglich zu machen und hat bereits fünf vorhandene Schiffe nachgerüstet.

Der Ausbau der Landstrominfrastruktur schreitet an deutschen Häfen voran. Mit neuen Anlagen in Hamburg und Kiel und einem geplanten Anschluss in Bremerhaven bis Herbst 2025 leisten die Häfen ihren Beitrag zu dem Ziel der EU: eine vollständige Landstromversorgung in wichtigen Häfen bis 2030. Obwohl der Weltreederverband ICS die Kreuzfahrtbranche bis 2050 klimaneutral sehen möchte, mahnen Organisationen wie der Nabu, schneller zu handeln – immerhin sei Deutschland in Sachen Landstrom schon jetzt auf einem guten Weg.