13. April, 2024

Grün

Protestwelle erreicht Rügens Küste: Bürgerbewegung gegen LNG-Terminal

Protestwelle erreicht Rügens Küste: Bürgerbewegung gegen LNG-Terminal

Ein friedliches Zeichen setzten etwa 80 Demonstranten an der malerischen Seebrücke des Ostseebades Binz, um ihre Besorgnis über das geplante Flüssiggas-Terminal auf der Insel Rügen zu artikulieren. Während am Samstagabend der ruhige Protest seinen Lauf nahm, bekräftigte die Bewegung ihre Forderung, das Terminal, welches sich derzeit noch im Probebetrieb befindet, nicht zum permanenten Anlagenbetrieb übergehen zu lassen. Die Initiatoren der Veranstaltung, die unter Einhaltung aller Regeln stattfand, bringen eine deutliche Skepsis zum Ausdruck. Ihnen zufolge ist das Terminal nicht nur überflüssig, sondern birgt zudem Risiken für Umwelt und Tourismus – zwei Säulen der Region.

Gleichwohl argumentiert die Bundesregierung, dass die Anlage zur Sicherung der Energieversorgung in Deutschland und Europa zwingend erforderlich sei. In Sassnitz-Mukran an der Ostküste Rügens soll das mittels Schiffen angelieferte LNG für die Einspeisung in das deutsche Gasnetz verflüssigt werden. Von dort ist eine Pipeline bis zum Festland geplant, um das Gas in das bestehende Netzwerk zu integrieren.

Lubmin, auf dem Festland gelegen, wird zum strategischen Knotenpunkt: Hier sind drei wichtige Pipelines angesiedelt. Die Opal und Eugal erstrecken sich parallel über beeindruckende Distanzen von nahezu 500 Kilometern, durchqueren dabei mehrere Bundesländer und bieten eine Anbindung bis Tschechien. Die Nel hingegen verläuft quer durch Mecklenburg-Vorpommern und setzt ihren Weg bis zum bedeutenden Erdgasspeicher Rehden in Niedersachsen fort. Dieser Speicher gehört zu den größten seiner Art in Deutschland und spielt somit eine wesentliche Rolle in der Energieinfrastruktur des Landes.