19. Mai, 2024

Pharma

Prämierung für effiziente Arztbesuche: KBV-Chef schlägt Bonus für praxistreue Patienten vor

Prämierung für effiziente Arztbesuche: KBV-Chef schlägt Bonus für praxistreue Patienten vor

In Zeiten zunehmender Beanspruchung des Gesundheitssystems kommt aus der Ecke der Kassenärzte ein Vorschlag, der den gedankenlosen Arzt-Marathon einbremsen könnte. Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, hat eine Idee ins Spiel gebracht, die sowohl Patienten als auch dem Gesundheitssystem zugutekommen könnte: Wer seinen Hausarzt als primäre Anlaufstelle nutzt und sich von dort geordnet an Fachärzte überweisen lässt, könnte bald mit finanziellen Vorteilen rechnen. Dies erläuterte Gassen gegenüber der Zeitung 'Bild'. Die Rede ist von einer Bonuszahlung, die sich je nach Effektivität und Kooperation der Patienten auf bis zu 100 Euro jährlich belaufen könnte. Durch solch einen Anreiz hofft Gassen auf die Stimulierung eines bewussteren Patientenverhaltens.

Gassen sieht in dem von ihm vorgeschlagenen Bonusmodell einen wirksamen Ansatz, um die Flut unnötiger Arztbesuche zu verringern und die damit verbundenen Kosten zu senken. Seinen Aussagen zufolge gibt es häufig vor, dass Patienten gleich mehrere Mediziner konsultieren, die redundant die gleichen Untersuchungen anordnen. Dies geht nicht nur zu Lasten der Praxisressourcen, sondern bedeutet auch eine merkliche Belastung für die finanziellen Ressourcen der Krankenkassen. Ein durch den Hausarzt – oder bei speziellen Anforderungen durch den Gynäkologen oder einen Facharzt – koordinierter Behandlungsablauf könnte dazu beitragen, sowohl unnötige Doppeltermine als auch ungeeignete Behandlungspfade zu vermeiden.

Der Vorschlag zielt auf die Einrichtung von Wahltarifen bei den gesetzlichen Krankenkassen, die eine freiwillige Praxissteuerung mit finanziellen Anreizen verknüpfen würden. Die Idee steht jedoch noch am Anfang und es bleibt abzuwarten, wie sie sich in der Praxis bewähren wird.