Die politische Landschaft Südkoreas steht vor einer spannungsgeladenen Zäsur. Präsident Yoon Suk Yeol, der kürzlich im Zuge eines gescheiterten Versuchs, das Kriegsrecht zu verhängen, des Amtes enthoben wurde, hält zwar noch den Titel des Präsidenten, doch seine mächtigen Funktionen wurden ihm vorerst entzogen. Nun warten alle Augen gespannt auf die Entscheidung des Verfassungsgerichts.
Die Amtsgeschäfte führt jetzt kommissarisch Premierminister Han Duck-soo, ein Vertrauter von Präsident Yoon, der unter anderem nun die Befugnis besitzt, internationale Verträge zu signieren und bedeutende Angelegenheiten in den Bereichen Außenpolitik, Verteidigung und Wiedervereinigung zur Volksabstimmung zu bringen. Zudem hat Yoon seine kriegsrelevanten Befugnisse verloren, darunter die alleinige Entscheidungsmacht zur Verhängung des Kriegsrechts und zur Kriegserklärung sowie das Kommando über das Militär.
Interessanterweise behält Yoon trotz seiner Suspendierung einige Vorrechte: So darf er weiterhin die Annehmlichkeiten des Präsidentenlebens nutzen, wie die Residenz, seine Sicherheit und den Präsidentenkonvoi. Auch sein jährliches Einkommen von 255 Millionen Won bleibt unangetastet.
Im Falle einer Amtsenthebung drohen Yoon erhebliche Verluste – insbesondere jene der für Ex-Präsidenten vorgesehenen finanziellen und personellen Unterstützungen. Zwar bleibt der Schutz seiner Person gewährleistet, jedoch müsste er auf zusätzliche finanzielle Beihilfen, etwa für ein privates Büro oder medizinische Versorgung, verzichten. Die nächsten Wochen versprechen, das politische Geschehen Südkoreas in Atem zu halten.