Die Warnung des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) vom 31. Januar 2026 ist unmissverständlich: Vernetzte E-Autos aus China sind weit mehr als nur umweltfreundliche Fortbewegungsmittel. Sie sind hochgerüstete, rollende Computer mit permanenter Cloud-Anbindung.
Die Behörde sieht in den Internetschnittstellen (WLAN und Mobilfunk) riskante Einfallstore.
„Prinzipiell ist es möglich, dass Angreifer unerlaubten Zugriff erlangen und so Informationen erbeuten“, warnt das BfV.
Doch es geht nicht nur um den Diebstahl von Daten – im schlimmsten Fall droht der totale Kontrollverlust über das Fahrzeug während der Fahrt.
Pekings langer Arm im Cockpit
Das Kernproblem ist die rechtliche Lage in der Volksrepublik. Chinesische Hersteller sind per Gesetz verpflichtet, mit staatlichen Sicherheitsbehörden zusammenzuarbeiten. Fahrdaten, Telemetrie und sogar Tonaufnahmen aus dem Innenraum könnten so direkt auf den Servern der Kommunistischen Partei landen.
Besonders brisant: Diese Datenflut dient nicht nur der Produktverbesserung. Der Verfassungsschutz befürchtet, dass Informationen zur Schulung von KI-Systemen oder für Gesichtserkennungsprogramme missbraucht werden.
Die enge Verzahnung zwischen Industrie und Geheimdiensten in China und Russland schafft eine hybride Bedrohungslage. Das Auto wird zum mobilen Besprechungsraum, dessen Wände Ohren haben – ein Albtraum für Diplomaten, Forscher und Militärs.
Sicherheitsrisiko Halbleiter und Sensorik
In der Politik wächst der Widerstand gegen die Marktdominanz der Fernost-Stromer. SPD-Digitalexperte Johannes Schätzl warnt vor den immensen Mengen an Umfelddaten, die moderne Sensoren und Kameras erfassen.

Sollten diese Informationen für militärische Zwecke oder gezielte Cyberangriffe genutzt werden, geraten Polizei und Bundeswehr ins Visier. Schätzl fordert daher drastische Konsequenzen: Nutzungseinschränkungen für sensible Personengruppen bis hin zum totalen Zulassungsverbot für Modelle, bei denen Spionageverdacht besteht.
Der KI-Boom verschärft die Lage zusätzlich, da moderne Halbleiter und Chips in den Fahrzeugen als strategische Infrastruktur gelten. Wer die Hardware kontrolliert, kontrolliert im Krisenfall die Mobilität eines ganzen Landes.
Das Smart Home als erweitertes Spionagefeld
Die Gefahr endet nicht an der Garagentür. Der Verfassungsschutz zieht Parallelen zu Smart-Home-Geräten und dem „Internet of Things“ (IoT). Staatliche Akteure aus Russland und China nutzen infiltrierte Router und Kameras als Basis für großangelegte Angriffsoperationen.
Ob die Herzfrequenz auf der Smartwatch oder die Temperatursteuerung im Wohnzimmer – jedes vernetzte Gerät ist ein potenzieller Spion. Die technologische Souveränität Europas steht auf dem Spiel.
Die Forderung der Experten ist klar: Europa muss massiv in eigene Anbieter investieren, um nicht zum digitalen Protektorat Pekings zu werden. Wer heute ein chinesisches E-Auto kauft, könnte morgen feststellen, dass der Zündschlüssel in Peking liegt.


