Die Ölpreise erlebten am Dienstag einen deutlichen Rückgang um 5 Prozent, nachdem ein Bericht der Washington Post andeutete, dass Israel es vermeiden werde, die iranische Ölförderung ins Visier zu nehmen. Zudem dämpfte eine Prognose der Internationalen Energieagentur (IEA) über ein bevorstehendes Überangebot die Preise.
West Texas Intermediate fiel auf etwa 70 Dollar pro Barrel, während der internationale Referenzpreis Brent auf unter 74 Dollar sank. Diese Rückgänge standen im Zusammenhang mit einem Artikel, in dem berichtet wurde, dass Benjamin Netanjahu der US-Regierung mitgeteilt hatte, Tel Aviv werde bei seiner Reaktion auf einen kürzlichen ballistischen Raketenangriff aus dem Iran keine iranischen Öl- oder Nuklearanlagen angreifen.
Zuvor hatten Sorgen um potenzielle Angriffe auf iranische Ölfelder die Preise in die Höhe getrieben. Israel betonte in einer Erklärung gegenüber Reuters, dass es zwar die Ansichten der USA in Betracht ziehe, aber letztlich nationale Interessen bei Entscheidungen gegenüber dem Iran priorisiere.
Die IEA erklärte, dass die weltweite Ölnachfrage auf Kurs sei, sich im laufenden Jahr um knapp 900.000 Barrel pro Tag und fast 1 Million Barrel pro Tag im Jahr 2025 zu erhöhen, was auf eine merkliche Verlangsamung im Vergleich zu den Jahren 2022-2023 hindeute. "China ist ein Hauptfaktor für die nachlassende Wachstumsdynamik", so der Bericht.
Ohne größere Störungen erwarte der Markt ein erhebliches Überangebot im neuen Jahr. Auch die Aussagen des chinesischen Finanzministers am Wochenende, die keine konkreten Details enthielten, wirkten sich negativ auf die Ölpreise aus.
OPEC korrigierte am Montag zum dritten Mal in Folge seine Nachfrageprognose nach unten, vor allem wegen China. Die Organisation erwartet nun ein Wachstum von 1,9 Millionen Barrel pro Tag für dieses Jahr, im Vergleich zu den zuvor prognostizierten 2 Millionen.