Die Ölpreise verzeichneten am Donnerstag einen deutlichen Anstieg, nachdem US-Präsident Biden Gespräche über mögliche israelische Angriffe auf iranische Ölanlagen bestätigte. Dieser Schritt folgt auf Drohungen des israelischen Premierministers Benjamin Netanyahu, auf Irans Raketenangriffe zu reagieren. In einem Interview beleuchtet TP ICAP-Energieanalyst Scott Shelton die Auswirkungen der zunehmenden Spannungen im Nahen Osten auf den Ölmarkt. Shelton ist der Meinung, dass stets das Risiko besteht, dass die Ölpreise die Marke von 100 US-Dollar pro Barrel erreichen könnten. "Wir haben in den letzten Tagen ein erhebliches Maß an Käufen von 100-Dollar-Optionen gesehen", so Shelton gegenüber Yahoo Finance. Er merkt jedoch an, dass dies mehr als Absicherung nach oben zu verstehen ist und weniger die Erwartung widerspiegelt, dass dieser Preis tatsächlich erreicht wird. Shelton weist darauf hin, dass derzeit erhebliche Reserven an Ölvorräten vorhanden sind. So verfügt Saudi-Arabien schätzungsweise über 3 Millionen Barrel, während die Vereinigten Arabischen Emirate und Iran jeweils etwa 1,5 Millionen Barrel pro Tag exportieren. Daher sieht er den Preis von 100 US-Dollar mehr als eine Furchtreaktion denn als wahrscheinliches Szenario. Eine bedeutende Entwicklung in diesem Kontext ist die Wiederaufnahme der libyschen Ölproduktion. Shelton betont deren Relevanz für das globale Gleichgewicht. Vor der Rückkehr Libyens hätten Bestandsabbauten zu bedrohlich niedrigen Niveaus führen können. Doch dank der libyschen Produktion gäbe es nun leichte Bestandsaufbauten, was er als bedeutsam erachtet.
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Ölpreise steigen angesichts geopolitischer Spannungen im Nahen Osten