14. Juli, 2024

Pharma

Neuer Klinik-Atlas: Update bringt mehr Übersicht und Einfachheit

Neuer Klinik-Atlas: Update bringt mehr Übersicht und Einfachheit

Der im Mai gestartete "Bundes-Klinik-Atlas" ist nun in einer neuen, vereinfachten Version verfügbar. Ein umfassendes Update des staatlichen Portals wurde vom Bundesgesundheitsministerium verkündet. Statt ursprünglich 23.000 einzelner Eingriffsarten können Nutzer nun die Behandlungserfahrungen bei vorerst 20 wichtigen Eingriffskomplexen vergleichen, was Minister Karl Lauterbach (SPD) zufolge eine deutlich bessere Übersichtlichkeit für Patienten sowie Ärzte schafft.

Die Startseite des Portals wurde ebenfalls überarbeitet und präsentiert sich nun mit sieben großen Kategorien in den Bereichen Herz, Lunge, Krebs, Knochen und Gelenke, Neurologie, Gynäkologie und Geburt sowie Gefäße. Innerhalb dieser Bereiche sind spezifische Erkrankungen und Operationen abrufbar, und weitere sollen folgen. Laut Lauterbach ermöglicht die verbesserte Oberfläche den Patienten, schnell herauszufinden, welche Kliniken in der Nähe besonders erfahren sind, beispielsweise bei Krebsbehandlungen, Endoprothesen oder Herzeingriffen.

Der Klinik-Atlas, der über die Leistungen und Behandlungsqualität von rund 1.700 Krankenhäusern informiert, wurde bereits nach einer Woche erstmals aktualisiert. Große Kritik an den angezeigten Daten kam von den Bundesländern, medizinischen Fachgesellschaften und der Klinikbranche, welche ein eigenes Informationsportal betreiben. Hauptkritikpunkte waren fehlerhafte und veraltete Angaben. Das Ministerium versicherte jedoch, dass der Atlas als Digitalprojekt ständig verbessert werde und die verwendeten Behandlungsdaten korrekt seien.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz äußerte sich indes kritisch zur neuen Version. Eugen Brysch, Vorstand der Stiftung, mahnte, dass das Projekt eingestellt werden sollte, wenn Lauterbach seine Transparenzoffensive nicht ins Banale abdriften lassen will.