15. Juli, 2024

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Neue Erkenntnisse: Denisovaner auf dem Tibet-Plateau

Neue Erkenntnisse: Denisovaner auf dem Tibet-Plateau

Die Baishiya-Karsthöhle ist alles andere als ein leicht bewohnbares Zuhause. Auf einer steilen Felswand des tibetischen Plateaus gelegen, befindet sie sich in 3.261 Metern Höhe, wo die Luft dünn und das Klima kalt sowie trocken ist. Doch neue Forschungen belegen, dass diese herausfordernde Umgebung über 100.000 Jahre lang einer der rätselhaftesten Menschengruppen ein Zuhause bot: den Denisovanern.

Seit 2010 haben Wissenschaftler ein unvollständiges Bild der Denisovaner (ausgesprochen De-NEE-so-vans) anhand von lediglich drei Zähnen, wenigen Knochenfragmenten und DNA-Spuren gezeichnet. Vieles an ihrer Existenz, insbesondere ihr Verhalten, blieb bislang im Dunkeln.

Bemerkenswerte Entdeckungen durch mehrere Expeditionen, die in die Baishiya-Karsthöhle führten, haben jedoch zahlreiche Hinweise auf das Leben der Denisovaner enthüllt. In einer wissenschaftlichen Veröffentlichung vom Mittwoch berichteten Forscher, dass Denisovaner auf dem tibetischen Plateau eine große Vielfalt an Tieren jagten oder als Aasfresser nutzten – von Blauen Schafen über Schneeleoparden bis hin zu Steinadlern. Diese Tiere dienten nicht nur als Nahrungsquelle, sondern ihre Felle wurden wahrscheinlich auch zur Herstellung von Kleidung verwendet, um den frostigen Temperaturen zu trotzen.

Die ersten Hinweise auf Denisovaner erschienen rund 2.250 Kilometer nordwestlich der tibetischen Höhle, in der Denisova-Höhle in Sibirien. DNA-Analysen eines einzelnen Zahns und eines Fingerknochens zeigten, dass diese Gruppe einer von modernen Menschen und Neandertalern unterschiedlichen Abstammungslinie zugehörte.

Genetiker entdeckten später, dass Millionen lebender Menschen Gene der Denisovaner in sich tragen. Dies deutet darauf hin, dass sich moderne Menschen nicht nur mit Neandertalern, sondern auch mit Denisovanern vermischten, bevor diese beiden Gruppen schließlich ausstarben.