19. Mai, 2024

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Nachhaltigkeit trifft Kosteneffizienz: Allianz setzt auf gebrauchte Ersatzteile

Nachhaltigkeit trifft Kosteneffizienz: Allianz setzt auf gebrauchte Ersatzteile

In einer wegweisenden Entscheidung hat die Allianz Versicherungs-AG angekündigt, bei der Reparatur von Kraftfahrzeugen, die zwischen drei und acht Jahre alt sind, vermehrt auf gebrauchte Ersatzteile zu setzen. Diese Maßnahme soll nicht nur umweltfreundlicher sein, sondern auch die Kosten für die Versicherung reduzieren. Der größte deutsche Versicherer, der im DAX notiert ist, folgt damit dem Beispiel anderer europäischer Länder, in denen bereits Richtlinien zur Verwendung von wiederverwertbaren Komponenten in der Automobilreparatur existieren.

Allianz-Chef Frank Sommerfeld steht dem Konzept der Nachhaltigkeit positiv gegenüber und hebt hervor, dass das Reparieren mit Sekundärteilen ökologischer sei als das Einsetzen von Neuteilen. Diese Ersatzteile stammen von Fahrzeugen, die sonst häufig exportiert und zerlegt würden. Die Allianz konzentriert sich hierbei auf Teile wie Türen, Klappen und Leuchten. Aus Gründen der Verkehrssicherheit schließt sie sicherheitskritische Komponenten, darunter Lenkungen und Räder, von der Wiederverwendung aus.

Als anschauliches Beispiel verweist Sommerfeld auf die Reparaturkosten und CO2-Einsparungen bei der Verwendung einer gebrauchten Windschutzscheibe für ein bestimmtes Fahrzeugmodell, wodurch eine signifikante Kostenreduktion und eine nahezu hundertprozentige Vermeidung von Treibhausgasemissionen im Vergleich zur Produktion eines neuen Teils erreicht werden könnten.

Hintergrund der Neuausrichtung sind steigende Kosten im Kfz-Versicherungssektor, die die Einnahmen der Branche zusehends übersteigen. Der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft prognostiziert für das laufende Jahr ein weiteres milliardenschweres Defizit in dieser Sparte. Mit der Strategie, auf gebrauchte Ersatzteile umzusteigen, reagiert die Allianz auf diese finanzielle Herausforderung und setzt gleichzeitig ein Zeichen für mehr Nachhaltigkeit in der Versicherungsindustrie.