20. Mai, 2026

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Mögliche Übernahmeofferte beflügelt Salzgitter-Aktie

Mögliche Übernahmeofferte beflügelt Salzgitter-Aktie

Die Aussicht auf eine mögliche Übernahme hat die Aktien von Salzgitter sprunghaft ansteigen lassen. Der Stahlkonzern, der im SDax gelistet ist, könnte bald von seinem zweitgrößten Aktionär, der GP Günter Papenburg AG, zusammen mit der TSR Recycling GmbH & Co. KG übernommen werden. Während viele Fragen noch offen sind, darunter auch der potenzielle Übernahmepreis, sorgt allein die Nachricht für freudige Reaktionen unter den Anlegern. Ein Händler sprach von einer 'willkommenen Überraschung' für den Markt.

Der Wert der Salzgitter-Aktien, die kürzlich noch ein Vierjahrestief erreicht hatten, stieg am Vormittag um rund ein Drittel an und erreichte damit das höchste Niveau seit Juli. Die aktuelle Bewertung des Unternehmens liegt bei etwa 1,1 Milliarden Euro. Trotz des jüngsten Kursanstiegs bleibt die Aktie für einige ein 'saurer Drops', da sie seit Jahresbeginn einen Verlust von gut 34 Prozent verzeichnen musste.

Analysten hatten das mögliche Angebot ebenfalls begrüßt. UBS-Analyst Andrew Jones merkte an, dass eine Übernahme positiv für den Kursverlauf wäre, der aufgrund von schwachen Margen, niedrigen Stahlpreisen und hohen Investitionen in die klimaneutrale Stahlproduktion stark gefallen sei.

Die niedersächsische Landesregierung, größter Anteilseigner von Salzgitter, gab bekannt, die Übernahmeabsichten genau prüfen zu wollen, unter Berücksichtigung der Belange der Beschäftigten. Niedersachsen sieht in der Ausrichtung auf Grünen Stahl eine wichtige Zukunftsperspektive und möchte den Konzern in diesem Bereich unterstützen.

Christian Obst von der Baader Bank glaubt, dass ein privater Eigentümer wie GP Günter Papenburg, mit tiefen Branchenkenntnissen, Salzgitter besser durch den derzeitigen Umbauprozess führen könnte. Währenddessen hat der Konzern seine Umsatzprognosen gesenkt und rechnet nun mit einem Vorsteuer-Verlust von bis zu 325 Millionen Euro. Unternehmenschef Gunnar Groebler kündigte Einsparmaßnahmen an, insbesondere im Handelsgeschäft, um auf den anhaltenden Marktdruck zu reagieren.

Sollte die Übernahme tatsächlich realisiert werden, könnte dies auch Auswirkungen auf den Kupferkonzern Aurubis haben, an dem Salzgitter derzeit 30 Prozent der Anteile hält. Die Aktie von Aurubis legte zuletzt um sechs Prozent zu.