23. Juni, 2024

Wirtschaft

Milchbauern aus Europa fordern fairere Einkommen

Milchbauern aus Europa fordern fairere Einkommen

In der belgischen Hauptstadt Brüssel haben Milchbauern aus weit über einem Dutzend europäischer Länder ein deutliches Zeichen für bessere Lebensverhältnisse gesetzt. Im Fokus der friedlichen Kundgebung des European Milk Board (EMB), die mit einer beeindruckenden Kulisse aus bunt bemalten Kuhfiguren aufwartete, standen die anforderungsgemäßen Einkommen für die landwirtschaftlichen Erzeuger. Die Protestierenden, welche sich aus den verschiedensten nationalen Hintergründen zusammenfanden, um die Diversität ihres Anliegens zu unterstreichen, wandten sich damit direkt an die zeitgleich tagenden EU-Agrarminister sowie an die Europäische Kommission und das Europaparlament.

Getragen wurde der Protest von der Vision, dass junge Generationen wieder eine Zukunft in der Landwirtschaft erblicken können, so die Aussage von Elmar Hannen, dem deutschen Vizepräsidenten des EMB. Die latente Sorge, dass aufgrund des bestehenden Preisdrucks und mangelnder wirtschaftlicher Perspektiven immer mehr Produzenten die Milchwirtschaft verlassen, spiegle die ernste Lage wider. Denn ohne adäquate staatliche Regulation, so Hannen weiter, sei das Kosten-Preis-Gefüge für Milchprodukte nicht mehr tragfähig. Daher rufe man nach legislativen Maßnahmen auf EU-Ebene, die nicht kostendeckende Preise unterbinden sollen.

Während der Demonstration kam es zu leichten Verkehrsstörungen, was die Stadtverwaltung und die örtlichen Verkehrsbetriebe dazu veranlasste, zuvor bereits alternative Routen für den öffentlichen Personennahverkehr anzukündigen. Die Polizei appelliert an die Bewohner, für die Dauer der Veranstaltung auf die Nutzung privater Fahrzeuge zu verzichten.