12. Juli, 2024

Wirtschaft

Meyer Werft: Weniger Arbeitsplätze betroffen als geplant

Meyer Werft: Weniger Arbeitsplätze betroffen als geplant

Meyer Werft in Papenburg wird weniger Arbeitsplätze abbauen als ursprünglich angekündigt. Statt der ursprünglich angedachten 440 Stellen werden nun lediglich 340 Arbeitsplätze gestrichen. Diese Reduktion wurde bei einer Pressekonferenz vom Betriebsrat, der Gewerkschaft IG Metall und der Unternehmensführung bekannt gegeben.

Der Abbau soll ohne betriebsbedingte Kündigungen erfolgen. Stattdessen lassen 100 befristete Stellen auslaufen und die übrigen Positionen sollen durch ein Freiwilligenprogramm abgebaut werden. Im Gegenzug ist eine Mindestbeschäftigung von 3.100 Angestellten bis 2030 gesichert. Außerdem plant das Unternehmen, sowohl einen Aufsichtsrat als auch einen Konzernbetriebsrat einzurichten und den Unternehmenssitz von Luxemburg zurück nach Deutschland zu verlagern.

Chefsanierer Ralf Schmitz hatte ursprünglich einen härteren Restrukturierungskurs vorgeschlagen und den Abbau von 440 Jobs gefordert. Diese Pläne stießen jedoch auf starken Widerstand seitens des Betriebsrats, der IG Metall und der Landesregierung.

Trotz eines prall gefüllten Auftragsbuchs kämpft das Traditionsunternehmen aus dem Emsland um seine Existenz. Verantwortlich hierfür sind die Nachwirkungen der Corona-Pandemie, die das internationale Tourismusgeschäft nahezu zum Erliegen brachten, sowie die Preissteigerungen infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine. Bis Ende 2027 muss eine erhebliche Finanzierungslücke von 2,7 Milliarden Euro geschlossen werden. Derzeit wird geprüft, ob Bund und Land Niedersachsen mit Bürgschaften unterstützen können.