In einer entschlossenen Replik haben Unionskanzlerkandidat Friedrich Merz und CSU-Chef Markus Söder Kritik an der Finanzierbarkeit des Unions-Wahlprogramms zurückgewiesen. Sie begründeten ihre Zuversicht mit umfangreichen Einsparmöglichkeiten bei laufenden Sozialausgaben. Allein die Ausgaben für Flüchtlinge und das Bürgergeld summierten sich derzeit auf 100 Milliarden Euro. Merz betonte, dass durch die Reduzierung der Zahl der Bürgergeldempfänger ein beachtliches Maß an Einsparungen erzielt werden könne.
Derzeit seien 5,5 Millionen Menschen in Deutschland Empfänger von Bürgergeld, wobei 1,7 Millionen als erwerbsfähig gelten, jedoch keinen Arbeitsplatz haben. Merz hob hervor, dass 100.000 weniger Leistungsempfänger bereits zwei bis drei Milliarden Euro an Einsparungen brächten, da der Arbeitsmarkt zwischen 600.000 und 800.000 offene Stellen aufweise. Es gelte, die richtigen Anreize für die Rückkehr in den Arbeitsmarkt zu setzen.
Zu der Möglichkeit neuer Schulden äußerte Merz sich vorsichtig optimistisch. Zwar gäbe es bislang keinen Nachtragshaushalt 2024 oder einen Bundeshaushalt für 2025, doch ließen die derzeitigen Regelungen der Schuldenbremse weitere Kredite von jeweils rund 50 Milliarden Euro für beide Haushaltsjahre zu. Dies böte theoretisch einen zusätzlichen finanziellen Spielraum von 100 Milliarden Euro.
Schließlich betonte Merz, dass es entscheidend sei, die Bedingungen für Investitionen in Deutschland attraktiver zu gestalten. Dadurch ließen sich viele aktuelle Fragen der Finanzierung von allein klären, indem Wachstum und die Leistungsfähigkeit der Volkswirtschaft gestärkt würden.