19. Mai, 2024

Grün

Klimaaktivismus mit gesundheitlichen Folgen: Hungerstreikender in Berlin kollabiert

Klimaaktivismus mit gesundheitlichen Folgen: Hungerstreikender in Berlin kollabiert

Im Rahmen einer Protestaktion für eine dringliche Klimawende in Berlin hat eine der hungerstreikenden Personen einen Schwächeanfall erlitten. Tin, 35 Jahre alt und non-binär, wurde nach dem Zusammenbruch umgehend mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht. Glücklicherweise war Tin schnell wieder bei Bewusstsein und verließ bereits nach kurzer Zeit die medizinische Einrichtung. Mit unnachgiebiger Entschlossenheit setzt die Person den Hungerstreik vor dem Wirtschaftsministerium fort, wie ein Sprecher der Kampagne "Hungern bis ihr ehrlich seid" betonte.

Seit mehreren Wochen fordern fünf Männer im Hungerstreik von Kanzler Olaf Scholz eine klare Regierungserklärung zu den Risiken des Klimawandels und fordern einschneidende Maßnahmen zur Reduktion der Treibhausgase. Doch die Bundesregierung zeigt sich unbeweglich, so der Tenor aus dem Kanzleramt.

In diesem Zusammenhang hat sich auch Carola Rackete, die für Die Linke im Europawahlkampf steht, für Dialogbereitschaft stark gemacht. Sie betont das Ernstnehmen der befürchteten Klimakatastrophe durch die Aktivistinnen und Aktivisten und ihre Sorge um deren Gesundheit. Gleichzeitig äußert Rackete jedoch Zweifel an der Ernsthaftigkeit des Kanzlers bei der Klimathematik.

Claudia Kemfert, anerkannt als Energieexpertin beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung, bekräftigt zwar die Dringlichkeit der Klimaproblematik, sieht jedoch in Hungerstreiks keine zielführende Protestform. Sie plädiert für Argumentation, Beharrlichkeit und Überzeugungskraft als Mittel der Wahl, um demokratische Mehrheiten für konsequente Klimapolitik zu erlangen.

Die Anfänge des Hungerstreiks reichen zurück bis zum 7. März, als der Aktivist Wolfgang Metzeler-Kick als Erster in den Nahrungsverzicht trat. Seitdem konsumiert er ausschließlich Flüssigkeit in Form von Säften, Elektrolyten und Vitaminen. Weitere Teilnehmende schlossen sich mit der Zeit an, Tin trat der Aktion am 30. April bei. Besorgniserregend ist laut Kampagnensprechern auch der Gesundheitszustand von Michael Winter, 61 Jahre alt und ebenfalls Teil der Hungerstreik-Aktion.

Um weiterhin Druck auf die politischen Entscheidungsträger auszuüben, wurde für den Mittwochabend eine Spontandemonstration vor der SPD-Zentrale angekündigt. Dort plant Tin, trotz gesundheitlicher Schwierigkeiten, sich zu äußern.