23. Juni, 2024

Energy

Kasachstan bietet Brandenburger Raffinerie PCK verstärkte Rohöl-Lieferungen an

Kasachstan bietet Brandenburger Raffinerie PCK verstärkte Rohöl-Lieferungen an

Im Zuge der Suche nach Alternativen zu russischem Rohöl zeichnet sich für die brandenburgische Großraffinerie PCK in Schwedt eine mögliche Intensivierung der Zusammenarbeit mit Kasachstan ab. Ein Angebot aus dem zentralasiatischen Land könnte die Raffinerie nämlich in die Lage versetzen, ihre Produktion signifikant zu steigern. Kasachstan hat vorgeschlagen, die Liefermengen an Rohöl auf bis zu 2,4 Millionen Tonnen jährlich zu erhöhen. Bislang gibt es jedoch von deutscher Seite keine Reaktion auf dieses Angebot, wie der Linken-Bundestagsabgeordnete Christian Görke bedauert.

Nach einer Gesprächsreihe mit kasachischen Regierungsvertretern und Energieunternehmen kritisierte Görke die zögerliche Haltung Deutschlands. Der deutliche Ausbau der Bezugsquantitäten könnte seiner Ansicht nach die Auslastung des PCK, die momentan bei etwa 70 Prozent liegt, auf bis zu 80 bis 90 Prozent erhöhen und somit einen Beitrag zur Sicherung von Arbeitsplätzen sowie zur Stabilisierung der Versorgungslage leisten.

Die Schwedter Raffinerie, deren Produktionskapazitäten bei 11,5 Millionen Tonnen Rohöl im Jahr liegen, versorgt den Nordosten Deutschlands mit Energieträgern wie Heizöl, Benzin und Diesel. Infolge der EU-Sanktionen gegen Russland musste sie auf russisches Rohöl verzichten und substituiert dieses nun durch Lieferungen via Tanker aus Rostock und Danzig sowie Rohöl aus Kasachstan. Dieses wird durch die Druschba-Pipeline transportiert, die ihren Weg durch Russland, Belarus und Polen nimmt. Noch ist der russische Energiekonzern Rosneft Mehrheitseigner von PCK, wobei dessen Anteile zurzeit unter deutscher Treuhandverwaltung stehen und bis September veräußert werden sollen.

Zur Verbesserung der Versorgungssicherheit plant man einen Ausbau einer bestehenden Pipeline, um die Zufuhr aus Rostock zu garantieren. Hierfür signalisierte die Bundesregierung bereits ihre Unterstützung in Form von 400 Millionen Euro, allerdings steht die Zustimmung der EU-Kommission noch aus. Auf Rückfrage Görkes erwiderte die Regierung, dass man sich in 'konstruktiven Gesprächen' mit der Kommission in Brüssel befände, jedoch noch keine konkrete zeitliche Prognose möglich sei.