06. Mai, 2026

Politik

Kahlschlag im öffentlichen Dienst: Regierung plant umfassende Stellenstreichungen

Kahlschlag im öffentlichen Dienst: Regierung plant umfassende Stellenstreichungen

Die britische Regierung plant im Rahmen des jüngsten Haushaltsüberprüfungsprozesses, mehr als 10.000 Stellen im öffentlichen Dienst abzubauen. Ziel dieser Maßnahme ist es, eine Einsparquote von fünf Prozent in den Ministerien zu erreichen, wie aus Regierungskreisen verlautet. Um dies zu verwirklichen, ziehen die Minister freiwillige Abfindungsprogramme in Betracht. Der britische Staatsapparat hat in diesem Jahr eine Belegschaft von über 513.000 erreicht – ein Anstieg von 34 Prozent seit 2016 und das achte aufeinanderfolgende Jahr mit Zuwächsen. Das geplante massive Schrumpfen der staatlichen Verwaltung könnte jedoch die ohnehin angespannte Stimmung unter den Beamten weiter verschlechtern, insbesondere nachdem Keir Starmer letzte Woche erklärte, dass zu viele in Whitehall im "lauwarmen Bad des verwalteten Niedergangs" verweilen. Premierminister reagierte mit einem versöhnlichen Brief an alle Mitarbeiter, um deren "Engagement und Professionalität" zu loben und die Schuld für schlechte Leistungen auf "bürokratische Hindernisse und Prozesse" abzuwälzen. Einige Ministerien haben bereits genaue Kürzungsziele bekannt gegeben. Das Verteidigungsministerium plant beispielsweise eine Personalreduktion von 10 Prozent des aktuellen Bestands von 56.800 zivilen Angestellten. Dies deckt sich mit den Äußerungen von Verteidigungsminister John Healey, der betonte, dass das Ministerium schlanker werden müsse. David Williams, ständiger Sekretär des Verteidigungsministeriums, wies darauf hin, dass die Produktivitätsgewinne einige der vorgesehenen Kürzungen mildern könnten und besonders digitale Abteilungen mehr Personal benötigen könnten. Pat McFadden, Minister im Kabinettsbüro, erläuterte in einer Rede über die Reform des öffentlichen Dienstes, dass technologische Fortschritte zu erhöhter Produktivität führen sollten. Insbesondere durch den Einsatz von KI bei Routineaufgaben könnte die Notwendigkeit für einige Verwaltungsmitarbeiter verringert werden. Allerdings plant McFadden nicht, strikte Sparmaßnahmen oder Einstellungsstopps zu erlassen. Ein Regierungsbeamter betonte, dass man keine willkürliche Obergrenze einführen wolle, da dies in der Vergangenheit zu erhöhten Ausgaben für Berater geführt habe. Die oppositionelle Labour-Partei hat versprochen, die staatlichen Ausgaben für externe Berater zu halbieren. Zugleich ist mit kleineren, aber strategischen Änderungen in den Regierungsstrukturen zu rechnen. So hat das Kabinettsbüro bereits den digitalen Dienst und andere Dateneinheiten an das neu geschaffene Ministerium für Wissenschaft und Technologie übergeben. Cat Little, permanente Sekretärin im Kabinettsbüro, erklärte, dass ihr Ziel sei, sich auf die Kernaufgaben ihres Ministeriums zu konzentrieren.