24. Juli, 2024

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Iter-Reaktor: Verzögerung bei erstem Plasmaausstoß – Neues Ziel 2034

Iter-Reaktor: Verzögerung bei erstem Plasmaausstoß – Neues Ziel 2034

Der international bedeutende Kernfusionsreaktor Iter, der in der südfranzösischen Stadt Saint-Paul-lez-Durance entsteht, wird voraussichtlich erst 2034 seinen Forschungsbetrieb aufnehmen. Das ursprünglich vorgesehene Ziel, bereits im kommenden Jahr das erste Plasma zu erzeugen, wurde aufgrund technischer und organisatorischer Herausforderungen verschoben. Laut der verantwortlichen Organisation hätte es sich hierbei um einen kurzen, energiearmen Maschinentest gehandelt. Der aktuelle Plan sieht nun eine vollständigere Ausführung der Maschine vor.

Das ambitionierte Projekt zielt darauf ab, Energie durch die Verschmelzung von Wasserstoff-Atomen zu gewinnen, ein Prozess, der der Funktionsweise der Sonne nachempfunden ist. Hierbei wird ein Wasserstoffplasma auf unglaubliche 150 Millionen Grad Celsius erhitzt. Mit der Experimentalanlage sollen wesentliche Grundlagen für zukünftige Fusionskraftwerke zur Stromerzeugung geschaffen werden. Die finanziellen Aufwendungen für Iter belaufen sich bisher auf mehr als 20 Milliarden Euro. Zu den internationalen Partnern zählen neben der Europäischen Union auch die USA, Russland, China, Indien, Japan und Südkorea. Die Arbeiten am Projekt begannen im Jahr 2010.

Die Befürworter der Kernfusion hoffen auf eine klimafreundliche und nahezu unerschöpfliche Energiequelle. Dem gegenüber stehen Kritiker, die anmerken, dass die Technologie angesichts der zunehmenden Verbreitung erneuerbarer Energien möglicherweise zu spät käme, um eine bedeutende Rolle zu spielen.

Bereits seit einiger Zeit zeichnete sich ab, dass der ursprüngliche Zeitplan nicht eingehalten werden könnte. Die Corona-Pandemie und Qualitätsprobleme bei Einzelteilen führten zu erheblichen Verzögerungen. Nicht alle benötigten Komponenten wären bis zum anvisierten Start im Jahr 2025 verfügbar gewesen. Das überarbeitete Vorgehen, das derzeit noch von der Iter-Leitung geprüft wird, könnte zudem Mehrkosten in Höhe von mehreren Milliarden Euro nach sich ziehen.