Dies forderte Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa während seines Besuchs in Katar am Mittwochabend. Ramaphosa erklärte, dass Südafrika es als angemessen erachte, 'dieses gesamte Handeln von Israels Regierung an den Internationalen Strafgerichtshof zu verweisen. Wir haben den Fall verwiesen, weil wir glauben, dass dort Kriegsverbrechen begangen werden.'
Ramaphosa betonte besonders die mutmaßlichen Kriegsverbrechen, die im Gazastreifen stattfinden sollen, insbesondere im Schifa-Krankenhaus. Er sagte, dass viele Menschen weltweit darüber entsetzt seien. Südafrika habe mehrere Länder dazu aufgefordert, den Druck auf Israel zu erhöhen. Die israelische Regierung ignoriere Entscheidungen des UN-Sicherheitsrats und anderer Weltforen und setze sie nicht um, so Ramaphosa.
Der Konflikt im Gazastreifen eskaliert seit Wochen. Israels Bombardierungen sind eine Reaktion auf den Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober, bei dem 1200 Menschen getötet wurden. Israel wirft militanten Palästinensern vor, die Zivilbevölkerung als menschliche Schutzschilde zu missbrauchen. Beim Einsatz im Schifa-Krankenhaus, der größten Klinik Gazas, sollen laut israelischer Armee auch Waffen gefunden worden sein. Dies sei ein Beweis dafür, dass die Klinik 'für militärische Zwecke missbraucht wurde'. Die Hamas dementierte diese Aussagen als 'offensichtliche Lüge und Farce'.
IStGH-Chefankläger Karim Khan hat bereits angedeutet, dass der Strafgerichtshof bereits wegen möglicher Verbrechen auf palästinensischer wie auch auf israelischer Seite ermittelt. Kahn hatte im Oktober den Grenzübergang Rafah in Ägypten besucht.