17. Januar, 2026

Politik

Iran schränkt Internetzugang ein: Regierung reagiert mit rigorosen Maßnahmen auf Proteste

In Reaktion auf eine erneute Welle von Protesten im Land hat der Iran drastische Maßnahmen ergriffen, indem der Zugang zum Internet stark eingeschränkt wurde. Laut dem IT-Unternehmen Cloudflare ist der Web-Traffic am Samstag um etwa ein Drittel zurückgegangen. Auch am Sonntagmorgen waren die Datenströme weiterhin etwa 15 Prozent niedriger als unter normalen Bedingungen. Diese drastische Reduzierung des Internetzugangs hat zu zahlreichen Berichten iranischer Bürger über signifikante Netzstörungen geführt, welche in den sozialen Medien geteilt werden.

Bereits in der Vergangenheit hat die iranische Regierung ähnliche Maßnahmen ergriffen, um die Kommunikation während wesentlicher Massenproteste einzuschränken. Diese Taktik wurde unter anderem in den Jahren 2009, 2019 und 2022 angewandt. Auch während der israelischen Militärangriffe im Juni des Vorjahres wurde der Internetzugang teils drastisch reduziert und in einigen Fällen sogar komplett unterbrochen. In jenen Zeiten war lediglich der Zugang zu ausgewählten iranischen Webseiten gewährleistet.

Experten sind der Auffassung, dass die Einschränkung des Internets zwei Hauptziele verfolgt: Zum einen soll es den Demonstranten erheblich erschwert werden, sich zu organisieren und zu mobilisieren. Zum anderen wird beabsichtigt, die Kontrolle über die Verbreitung von Berichten, Bildern und Videos über die anhaltenden Unruhen auszuüben. Durch die Unterdrückung des freien Informationsaustauschs wird versucht, den wahren Umfang der Proteste vor der internationalen Gemeinschaft zu verschleiern.

Die andauernden Proteste sind tief in einer akuten Wirtschaftskrise verwurzelt, die von einer extrem hohen Inflation begleitet wird. Diese sozioökonomischen Probleme belasten die iranische Bevölkerung schon seit einiger Zeit und schüren den Unmut gegenüber der Regierung. Die gegenwärtige Protestwelle dauert mittlerweile bereits seit über einer Woche an und die Unzufriedenheit der Bevölkerung scheint noch lange nicht abzuebben.