28. Februar, 2024

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IEA-Chef lobt Deutschlands Energiewende – Herausforderungen bleiben

IEA-Chef lobt Deutschlands Energiewende – Herausforderungen bleiben

In Anerkennung der deutschen Bemühungen, sich von russischer Energie zu lösen, hat Fatih Birol, der Leiter der Internationalen Energieagentur (IEA), die Energiepolitik der Bundesregierung gelobt. In seinen Ausführungen hob er hervor, dass Deutschland womöglich am stärksten von der geopolitischen Lage in Osteuropa betroffen sei, da die Abhängigkeit von russischen Energieimporten signifikant war.

Birols Kommentare kommen im Vorfeld des Ministertreffens des Verbands, bei dem er die rasche und entschlossene Reaktion Deutschlands auf die vorherige risikobehaftete Energiepolitik unterstrich. Den Wechsel zu erneuerbaren Energien und die Diversifizierung der Gasversorgung betrachtet er als richtungsweisende Schritte. Mit dem schnellen Aufbau von Terminals für Flüssigerdgas (LNG) hat die Bundesrepublik nach Ansicht des IEA-Chefs bedeutende Fortschritte erzielt, trotz des naturgemäß langsamen Wandels im Energiesektor.

Die Herausforderungen sind jedoch nicht zu vernachlässigen. Birol mahnte, dass die Energiewende Kosten verursache, die nicht vorrangig von Menschen mit niedrigen oder mittleren Einkommen getragen werden dürften, um die soziale Akzeptanz der Maßnahmen nicht zu gefährden. Er warnte, dass finanzielle Lasten ebenso wie eine verzögerte Kompensationspolitik, die extreme politische Strömungen begünstigen könnten, ernst zu nehmen seien. Er lobte daher die Idee des Klimageldes, welches die Bundesregierung als Kompensation für steigende CO2-Preise angedacht hat, und drückt die Hoffnung auf zügige Klärung aus.

Weniger überzeugt zeigt sich der IEA-Chef von der Entscheidung, trotz des erreichten technologischen Standards in der Kernenergie, am Atomausstieg festzuhalten. Der energiepolitische Kursänderung Belgiens nach der Invasion der Ukraine wäre ein Beispiel für das global zu beobachtende Atomkraft-Comeback. Trotz der Herausforderungen der Endlagerung von Atommüll sieht Birol dies nicht als hinreichenden Grund, die Kernenergie gänzlich auszuschließen, sondern vielmehr als eine lösbare Aufgabe.