Der Arzt Mehdi Davut steht kurz vor seiner ersten Reise in seine Heimat Syrien, um die Lage in Aleppo zu erkunden. Nach acht Jahren der Abwesenheit will er untersuchen, wie seine Hilfsorganisation die Menschen dort unterstützen kann. Die jüngste Eroberung Aleppos durch syrische Rebellen hat bei vielen Syrern in der Diaspora Hoffnung auf eine Rückkehr geweckt.
Jedoch bleiben Bedenken bestehen. Obwohl die Nachricht über die Befreiung Aleppos bei vielen Exil-Syrern in Istanbul für Freude sorgte, wie in Davuts Gesundheitsklinik zu beobachten war, bleibt die Angst vor möglichen neuen Angriffen durch Assad-treue Kräfte bestehen. Viele Syrer, darunter auch Mitarbeiter der Klinik, äußern ihre Unsicherheit gegenüber einer baldigen Rückkehr und planen, zunächst abzuwarten.
Präsident Erdogan hatte zuvor eine Rückkehr von syrischen Flüchtlingen in Betracht gezogen, rät jedoch zur Vorsicht. Eine sichere Rückkehr sei erst bei ausreichender Stabilität der Region zu gewährleisten. Dahingegen betont Ankara, dass Assad mit seiner Bevölkerung und der Opposition Frieden schließen müsse. Russland unterstützt indes weiterhin die syrische Regierung im Kampf gegen „terroristische Gruppen“.
Trotz der Unruhe gibt es bei Teilen der syrischen Bevölkerung einen Hoffnungsschimmer. Insbesondere die Unterstützung durch eine Allianz von verschiedenen Gruppen, darunter die umstrittene Hayat Tahrir al-Sham, scheint den Glauben an eine bessere Zukunft zu stärken. So bleibt die Freude bei vielen, die auf eine baldige Wiedervereinigung mit ihrer Heimat hoffen.