15. Juli, 2024

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Historischer Hurrikan „Beryl“ bedroht Karibikinseln

Historischer Hurrikan „Beryl“ bedroht Karibikinseln

Mit rekordverdächtiger Geschwindigkeit bewegt sich der erste Hurrikan der Saison im Atlantik auf mehrere kleine Karibikinseln zu. Die US-Wetterbehörde NOAA meldet Windgeschwindigkeiten von bis zu 215 Kilometern pro Stunde. „Beryl“ wird noch heute Teile der Windward-Inseln erreichen. Ursprünglich als Tropensturm eingestuft, hat „Beryl“ sich nun zu einem Hurrikan der Kategorie 4 von 5 entwickelt.

Das Auge des Hurrikans lag am Morgen Ortszeit 125 Kilometer östlich von Grenada und 165 Kilometer südsüdöstlich von St. Vincent. Die Meteorologen warnen vor lebensgefährlichen Winden und schweren Sturmfluten. Hurrikanwarnungen gelten bereits für Barbados, St. Lucia, St. Vincent und die Grenadinen, Grenada und Tobago. Für Martinique und Trinidad ist eine Tropensturmwarnung in Kraft.

Der Premierminister von St. Vincent und die Grenadinen, Ralph Gonsalves, sprach von möglichen schweren Verlusten und Schäden und appellierte an die Bevölkerung, betend auf das Beste zu hoffen. Philip Pierre, Premierminister von St. Lucia, kündigte auf Facebook einen nationalen Stillstand an und bat die Bevölkerung, „Gott uns alle leiten und beschützen“ zu lassen.

Nur 24 Stunden benötigte „Beryl“, um von einem Tropensturm zu einem Hurrikan der Kategorie 4 zu werden. „Beryl ist der früheste atlantische Hurrikan der Kategorie 4 in den Aufzeichnungen“, erklärte der Hurrikan- und Sturmflutexperte Michael Lowry auf der Plattform X.

Die Hurrikansaison im Atlantik, die am 1. Juni beginnt, könnte nach Einschätzung der US-Wetterbehörde dieses Jahr ungewöhnlich stark ausfallen. Gründe hierfür sind unter anderem überdurchschnittlich hohe Wassertemperaturen im Atlantik und das erwartete Einsetzen von „La Niña“. Tropische Wirbelstürme entstehen über warmem Ozeanwasser und gewinnen oft an Stärke, wenn sie über das Meer ziehen, während sie über Land schnell an Kraft verlieren.

Laut aktuellen Prognosen wird sich „Beryl“ nach Überqueren der Kleinen Antillen westwärts durchs Karibische Meer bewegen. Mexikanische Wetterdienste erwarten, dass „Beryl“ am Donnerstag die Ostküste der Halbinsel Yucatán mit den beliebten Badeorten Cancún und Playa del Carmen erreichen könnte.