Eine bemerkenswerte Entwicklung auf dem US-Halbleitermarkt hat am Dienstag zu einem Rückgang bei den Aktienkursen geführt. Insbesondere ASML, ein bedeutender Hersteller von Chipausrüstungen, hat seine Umsatzprognose für das Jahr nach unten korrigiert. Hinzu kamen Berichte über mögliche US-Einschränkungen beim Verkauf fortschrittlicher KI-Prozessoren an bestimmte Länder, was die Nervosität verstärkte.
Der KI-Chip-Gigant Nvidia verzeichnete einen Rückgang um 4,4 %. Der Kursrückgang erfolgte, nachdem das Unternehmen am Vortag ein Allzeithoch erreicht hatte und kurz davorstand, Apple als das weltweit wertvollste Unternehmen abzulösen. Der Marktwert von Nvidia fiel auf etwa 3,25 Billionen Dollar, während Apple weiterhin bei 3,58 Billionen Dollar lag und damit seine Spitzenposition behauptete.
Andere Halbleiterunternehmen wie AMD, Intel, Arm, Broadcom und Micron erlebten ebenfalls Kursverluste zwischen 2,3 % und 6,2 %. Diese Verluste führten zu einem Rückgang des Philadelphia SE Semiconductor Index um fast 4 % und belasteten auch den Nasdaq Index.
Ein Auslöser für die negativen Marktbewegungen war eine Veröffentlichung von ASML, die aufgrund eines scheinbaren Fehlers verfrüht erfolgte und schwache Auftragszahlen sowie eine verminderte Nachfrage im Chipsektor außerhalb der KI-Anwendungen aufzeigte. "Der Fehler von ASML ist an sich kein Grund zur Panik, aber der Inhalt des Berichts war für Anleger wenig beruhigend", bemerkte Derren Nathan, Leiter der Aktienforschung bei Hargreaves Lansdown.
Zusätzlich meldete Bloomberg News, dass US-Beamte in Erwägung ziehen, Exportlizenzen für KI-Chips in bestimmte Länder – vornehmlich in der Golfregion – zu begrenzen, aus Sorge um die nationale Sicherheit. Es besteht die Befürchtung, dass der Nahe Osten als Umgehungsweg für China dienen könnte, um an fortschrittliche amerikanische Chips zu gelangen, die nicht direkt nach China verschifft werden dürfen.
Mit Blick auf die Bedeutung der KI-Revolution für Produktivitätssteigerungen und technologische Fortschritte erklärte Danni Hewson, Leiterin der Finanzanalyse bei AJ Bell: "Es überrascht nicht, dass die USA alles tun wollen, um ihre Dominanz zu bewahren."