24. Mai, 2024

Pharma

Gesundheitsrisiko für Landarbeiter: Vogelgrippe im Milchbetrieb

Gesundheitsrisiko für Landarbeiter: Vogelgrippe im Milchbetrieb

In ländlichen Idyllen Amerikas verbirgt sich eine unsichtbare Bedrohung für Arbeiter in der Landwirtschaft: Die Vogelgrippe, die sich unauffällig, aber stetig in den Milchfarmen des Landes ausbreitet. Monatelang blieb das Ausmaß des Ausbruchs unentdeckt und scheint deutlich weitreichender zu sein als anfänglich angenommen. Zwar betonen die Bundesbehörden, dass das Virus für den Menschen nur ein geringes Risiko darstellt, doch für eine bestimmte Gruppe – die schätzungsweise 100.000 Arbeiterinnen und Arbeiter auf den Milchfarmen – sieht die Realität anders aus.

Ihnen fehlt es nicht nur an flächendeckender Testung, um das Ausmaß der Infektion unter ihnen zu ermitteln, sondern ebenso an einem Impfschutz gegen die Vogelgrippe. So stehen sie einem schwer nachverfolgbaren Krankheitserreger ungeschützt gegenüber, was nicht nur ihre eigene Gesundheit gefährdet, sondern auch ein öffentliches Risiko darstellt. Sollte das Virus den Sprung in die breite Bevölkerung schaffen, könnten die Molkereiarbeiter eine wahrscheinliche Übertragungsroute sein.

Die Besorgnis der Experten ist deutlich: 'Wir haben keine Kenntnis darüber, ob dieses Virus sich zu einem Pandemiestamm entwickeln wird, aber wir wissen, dass die Landarbeiter derzeit exponiert sind und begründet davon ausgehen können, dass sie erkranken', sagte Jennifer Nuzzo, Direktorin des Pandemic Center an der Brown University School of Public Health.

Die Mehrheit der Molkereiarbeiter sind spanischsprachige Einwanderer, oft ohne gültige Aufenthaltspapiere, die womöglich keinen Anspruch auf Krankenstand haben oder nicht durch Arbeitsschutzgesetze geschützt sind. Erschwerend kommt hinzu, dass ihnen der Zugang zu medizinischer Versorgung fehlt und sie von Arbeitgebern mit wenig Toleranz für Fehlzeiten konfrontiert werden.

'Diese Gruppe von Arbeitern ist nicht nur wegen ihres direkten, engen Kontakts mit Exkrementen, Rohmilch und infizierten Tieren auf höchstem Risiko, sondern auch aufgrund fehlender sozialer Sicherheitsnetze stark gefährdet', erläutert Elizabeth Strater, Organisatorin bei United Farm Workers.