14. Juli, 2024

Pharma

Gesetze verschärfen: Krankenkassen vor multimillionenschwerem Defizit

Gesetze verschärfen: Krankenkassen vor multimillionenschwerem Defizit

Die gesetzlichen Krankenkassen verzeichnen zur Jahreswende ein erhebliches Defizit von 776 Millionen Euro. Im Zeitraum bis Ende März lagen die Einnahmen der 95 Kassen bei 79,4 Milliarden Euro, während die Ausgaben auf 80,2 Milliarden Euro stiegen, wie das Bundesgesundheitsministerium mitteilte. Ressortchef Karl Lauterbach sieht angesichts dieser Zahlen dringenden Handlungsbedarf und spricht von einer signifikant beschleunigten Ausgabenentwicklung. Dabei betonte er, dass obwohl die Daten des ersten Quartals noch mit Vorsicht zu betrachten seien, diese Entwicklungen ernst genommen werden müssen.

Lauterbach, SPD-Politiker und Gesundheitsminister, unterstrich die Wichtigkeit, jetzt schnell mehrere Reformen zur Effizienzsteigerung im Gesundheitswesen umzusetzen. Insbesondere die stark gestiegenen Kosten im Krankenhaussektor seien problematisch. Überkapazitäten und ein Bettenleerstand von 30 Prozent bei den Kliniken verdeutlichen die dringende Notwendigkeit der geplanten Krankenhausreform.

Die Zahlen des Ministeriums zeigen, dass die Leistungsausgaben der Krankenkassen von Januar bis Ende März um 7,5 Prozent gestiegen sind, deutlich stärker als in den vergangenen Jahren. Bei Krankenhausbehandlungen stiegen die Kosten um 8,5 Prozent, während Behandlungen in Praxen um 4,7 Prozent zulegten.

Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherungen warnte kürzlich vor möglichen Beitragserhöhungen im kommenden Jahr. Für 2025 wird mit einem zusätzlichen Finanzbedarf von 0,5 bis 0,6 Prozentpunkten gerechnet. Nicht eingerechnet sind dabei die Mehrkosten aus laufenden Gesetzesvorhaben. Der Zusatzbeitrag, den die Kassen für ihre Mitglieder festlegen, wurde für das laufende Jahr bereits leicht auf durchschnittlich 1,7 Prozent erhöht. Der gesamte Beitrag umfasst zusätzlich den allgemeinen Satz von 14,6 Prozent des Bruttolohns.