19. April, 2024

Pharma

Geringes Risiko für Passivkonsum von Cannabis, sagen Experten

Geringes Risiko für Passivkonsum von Cannabis, sagen Experten

Das Risiko einer berauschenden Wirkung durch Passivkonsum von Cannabis wird von Drogenexperten als gering eingestuft. Laut Bernd Werse, Drogenforscher an der Frankfurter Goethe-Universität, hängt die Möglichkeit eines Passivrausches maßgeblich von der Menge des in der Umgebung gerauchten Cannabis ab. Einem einzelnen, in einer öffentlichen Lokalität gerauchten Joint misst Werse dabei keine bedeutende Auswirkung auf Umstehende bei.

In einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur erläutert der Experte, dass zwar in einem kleinen Raum mit simultanem Konsum mehrerer Joints eine gewisse Rauschwirkung auf Passivkonsumenten nicht auszuschließen sei, die Gefahr insgesamt jedoch für vernachlässigbar gehalten wird. Außerhalb geschlossener Räume ist das Risiko nach Werses Aussage praktisch nicht vorhanden.

Diese Einschätzung wird durch ein Experiment der Universitäten Mainz und Jena aus dem Jahr 2010 gestützt, welches zeigte, dass selbst nach mehreren Stunden in einem niederländischen Coffeeshop die THC-Konzentration im Blut von Probanden, die nicht aktiv Cannabis konsumiert hatten, nicht signifikant anstieg. Die Forschung untermauert somit die Auffassung, dass das passive Einatmen von Cannabis-Rauch unter normalen Bedingungen keine ernstzunehmende Rauschgefahr darstellt.