12. April, 2024

Grün

Genehmigung für Kraftwerks-Abbau: Isar 2 geht in den Rückbau

Genehmigung für Kraftwerks-Abbau: Isar 2 geht in den Rückbau

Knapp ein Jahr nach dem Erlöschen des nuklearen Feuers im letzten bayerischen Kernkraftwerk, wurden nun die Weichen für das endgültige Kapitel der Anlage gestellt. Der Abbau von Isar 2, im niederbayerischen Essenbach gelegen, kann beginnen. Das bayrische Umweltministerium hat die erforderlichen Rückbaugenehmigungen erteilt, ein Sprecher des Ministeriums bestätigte dies jüngst. Somit öffnet sich für den Betreiber, Preussen Elektra, die Tür, mit den Abbauarbeiten sofort zu starten.

Ein Hauch von Widerstand schwingt im Raum, als Umweltminister Thorsten Glauber, parteipolitisch den Freien Wählern zugehörig, den Atomausstieg Deutschlands offen kritisiert. Er bekräftigt die Position seiner Partei, dass die Laufzeit der Kernkraftwerke als klimafreundliche Übergangsenergiequelle hätte verlängert werden sollen. Mit dem bundesgesetzlich erzwungenen Rückbaubescheid für Isar 2 sieht er nun ein bedeutsames Stück bayerischer Energiegeschichte zu Ende gehen.

Zum Hintergrund: Am 15. April 2023 verstummte die Kernenergieproduktion in Deutschland gänzlich, als neben Isar 2 auch die Anlagen Emsland und Neckarwestheim 2 vom Netz gingen. Isar 2 hatte vor seiner Stilllegung beachtliche 18 Prozent des bayerischen Stroms erzeugt. Vorbereitende Arbeiten zum Rückbau liefen bereits an, wobei Preussen Elektra-Chef Guido Knott im vergangenen Herbst jegliche Spekulationen über eine mögliche Wiederinbetriebnahme mit einem definitiven Aus schloss. Der vollständige Rückbau der Anlage wird bis Ende der 2030er Jahre erwartet.

Die Debatte um das Für und Wider der Atomenergie bleibt lebendig, während Isar 2 nun schrittweise zurück in den Zustand der Grünen Wiese geführt wird.