Die Bundesregierung reaktiviert die E-Auto-Förderung mit einem Milliardenbudget
In einer überraschenden Kehrtwende hat die Bundesregierung ein neues, umfangreiches Subventionspaket für Elektromobilität verabschiedet. Umweltminister Carsten Schneider (SPD) kündigte an, dass der Kauf von Elektrofahrzeugen durch Privatpersonen mit bis zu 6.000 Euro staatlich bezuschusst wird. Dieses Programm zielt darauf ab, der schwächelnden deutschen Automobilindustrie in einem schwierigen Marktumfeld neuen Rückenwind zu verleihen.

Der Finanzrahmen für diese Maßnahme ist beträchtlich: Insgesamt stellt der Bund drei Milliarden Euro zur Verfügung. Nach aktuellen Kalkulationen soll dieses Budget ausreichen, um den Absatz von etwa 800.000 Fahrzeugen zu fördern. Damit reagiert Berlin auf die anhaltende Absatzkrise und die Klagen der Händler über volle Lagerplätze bei elektrischen Modellen.
Entscheidend für die Planungssicherheit der Konsumenten ist der Stichtag: Die Förderung gilt rückwirkend für alle ab dem 1. Januar 2026 neu zugelassenen Wagen. Antragsberechtigt sind ausschließlich Privatpersonen, wobei sowohl Kauf- als auch Leasingverträge unter die Förderrichtlinien fallen. Die Antragstellung soll ab Mai 2026 über ein dediziertes Onlineportal möglich sein.
Ein komplexes Stufenmodell soll gezielt Geringverdiener und Familien entlasten
Anders als bei vorherigen Subventionen setzt das neue Modell auf eine starke soziale Staffelung. Die Basisförderung für reine Batterie-Elektrofahrzeuge (BEV) beträgt pauschal 3.000 Euro. Anspruchsberechtigt sind Haushalte mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen von bis zu 80.000 Euro. Damit wird eine klare Obergrenze gezogen, um Mitnahmeeffekte durch Besserverdienende zu minimieren.
Für untere Einkommensgruppen erhöht sich der Zuschuss signifikant. Haushalte mit einem Einkommen bis 60.000 Euro erhalten einen Aufschlag von 1.000 Euro. Sinkt das Einkommen unter 45.000 Euro, wird ein weiterer Bonus von 1.000 Euro gewährt. Somit ist die maximale Basisförderung eng an die finanzielle Bedürftigkeit gekoppelt.
Zusätzlich integriert das Ministerium eine Familienkomponente: Pro Kind erhöht sich die Fördersumme um weitere 500 Euro, gedeckelt auf maximal 1.000 Euro zusätzlich. In der optimalen Konstellation – geringes Einkommen plus zwei Kinder – summiert sich der staatliche Zuschuss somit auf die maximalen 6.000 Euro. Minister Schneider betont, dass so Haushalte erreicht werden, die sich die Mobilitätswende bislang nicht leisten konnten.

Auch Plug-in-Hybride erhalten Zuschüsse unter strengen technischen Voraussetzungen
Trotz der Fokussierung auf reine Elektromobilität werden auch Plug-in-Hybride und Fahrzeuge mit Range Extender (Reichweitenverlängerer) in das Programm aufgenommen. Die Basisförderung fällt hier jedoch mit 1.500 Euro deutlich geringer aus. Diese Technologie gilt als Brückentechnologie, insbesondere für Nutzer mit hohen Reichweitenanforderungen.
Die technischen Hürden für diese Teilförderung sind klar definiert: Förderfähige Fahrzeuge dürfen maximal 60 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen oder müssen eine rein elektrische Mindestreichweite von 80 Kilometern nachweisen. Dies soll verhindern, dass ineffiziente 'Alibi-Hybride' subventioniert werden.
Eine Verschärfung der Kriterien ist bereits terminiert. Ab dem 1. Juli 2027 soll die Förderung evaluiert werden. Angedacht sind dann Vorgaben, die sich stärker am CO2-Ausstoß im realen Fahrbetrieb orientieren, statt sich nur auf Laborwerte zu verlassen. Dies erhöht den Druck auf die Hersteller, die Effizienz ihrer Verbrenner-Elektro-Kombinationen weiter zu steigern.
Die Maßnahme ist eine Reaktion auf den aggressiven Preiskampf mit China
Ökonomisch betrachtet ist das Förderprogramm eine direkte Antwort auf die Diskrepanz bei den Produktionskosten. Aktuelle Marktanalysen zeigen, dass Elektroautos in Deutschland fast 50 Prozent teurer sind als vergleichbare Modelle in China. Dieser Preisnachteil setzt die europäische Automobilindustrie massiv unter Druck.
Die Subvention dient somit als künstlicher Preisausgleich, um die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Hersteller wie Volkswagen auf dem Heimatmarkt zu stützen. Ohne diese Intervention droht eine weitere Erosion der Marktanteile zugunsten günstigerer Importe aus Fernost.
