19. Februar, 2026

Politik

Gaza-Krieg: Verhandlungen über Verlängerung der Feuerpause laufen intensiv

Gaza-Krieg: Verhandlungen über Verlängerung der Feuerpause laufen intensiv

Kurz vor Ablauf der Feuerpause im Gaza-Krieg hat es am Mittwoch intensive Verhandlungen über eine Verlängerung gegeben. US-Außenminister Antony Blinken sagte zu, "alles in unserer Macht Stehende zu tun, um die Pause zu verlängern". Die islamistische Hamas arbeitete laut eigenen Angaben hart an einer möglichen Verlängerung, wie ein Sprecher dem Nachrichtensender Al-Dschasira sagte. Am Mittwochabend sollten erneut 10 israelische Geiseln von der Hamas freigelassen werden, für die im Gegenzug 30 palästinensische Häftlinge aus israelischen Gefängnissen freikommen sollten.

Ob die Gespräche über eine Verlängerung der Waffenruhe von Erfolg gekrönt sein würden, stand am frühen Abend aber noch nicht fest. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigte in einer Mitteilung an, die Kämpfe wieder aufzunehmen, wenn "diese Phase der Rückkehr unserer Geiseln vollendet ist". Er bekräftigte zudem zum wiederholten Mal, an dem Kriegsziel der Zerstörung der Hamas festhalten zu wollen.

Seit vergangenem Freitag gilt eine Feuerpause, während der in den Gazastreifen verschleppte Geiseln und palästinensische Gefangene aus Israel ausgetauscht wurden. Die Kampfpause wurde zuletzt um zwei Tage verlängert. Damit würde sie ohne erneute Verlängerung wohl am Donnerstagmorgen ablaufen. Im Westjordanland kamen indessen im Rahmen eines israelischen Anti-Terror-Einsatzes mehrere Palästinenser ums Leben.

US-Außenminister Blinken zeigte sich zuversichtlich, dass die Fortsetzung der Feuerpause auch im Interesse der Israelis sei. "Sie konzentrieren sich ebenfalls intensiv darauf, ihre Leute nach Hause zu bringen", sagte Blinken.

Die Hamas gab bekannt, dass sie bereit sei, weitere Geiseln freizulassen, um die Feuerpause zu verlängern. Aktuell arbeitet sie intensiv mit den Vermittlern Katar und Ägypten an einem möglichen "Kompromiss".

Der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bat die Führung Katars um weitere Bemühungen zur Freilassung der deutschen Geiseln aus der Hand der Hamas. Steinmeier äußerte sich zuversichtlich, dass Katar alles tun werde, um zur Freilassung der deutschen Geiseln beizutragen. Das Emirat spielt eine wichtige Vermittlerrolle zwischen Israel und der Hamas.

Russland hat nach dem Angriff der Hamas auf Israel vor allem die USA für deren Lösungsversuche im Nahostkonflikt kritisiert. Der Kreml hat sich selbst als Vermittler angeboten und betont, sowohl gute Beziehungen zur arabischen Welt als auch zu Tel Aviv zu haben.

Israel hat neben den Verhandlungen über die Feuerpause auch einen Anti-Terror-Einsatz im Westjordanland durchgeführt, bei dem ein ranghoher Kommandeur des Islamischen Dschihad getötet wurde. Zusätzlich wurden 17 gesuchte Palästinenser festgenommen.