Die deutschen Gasspeicher haben pünktlich zum Beginn der Heizperiode nahezu ihre maximale Kapazität erreicht. Der europäische Gasspeicherverband GIE gab bekannt, dass der Füllstand der deutschen Speicher am 13. Oktober 97,20 Prozent betrug - ein Rekordwert in der zweiten Jahreshälfte. Auch in der gesamten Europäischen Union sind die Speicher mit circa 95 Prozent gut gefüllt.
Laut einer Analyse der Commerzbank zeigt sich der europäische Gasmarkt damit bereits im dritten Jahr in Folge winterfest. Eine vergleichsweise schwache Gasnachfrage in den ersten neun Monaten des Jahres trug maßgeblich zur Entspannung der Speicherlage bei. Der jüngste Gasmarktbericht der Internationalen Energieagentur (IEA) untermauert dies: Die Nachfrage der OECD-Staaten in Europa war um 3 Prozent gesunken.
Trotz der ausgezeichneten Vorbereitung steigt der Preis für europäisches Erdgas seit dem Frühjahr. Der maßgebliche Terminkontrakt TTF hat sich seit März um rund 60 Prozent verteuert. Dies ist unter anderem auf die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und mögliche Unterbrechungen von Flüssiggaslieferungen zurückzuführen, die den Preis stützen. So notierte der Preis für eine Megawattstunde Erdgas in Amsterdam am Dienstag bei 39,29 Euro, während er im März noch bei 25 Euro lag.
Commerzbank-Experten erwarten für den bevorstehenden Winter keine signifikante Preisentspannung. Sie prognostizieren, dass die Preise voraussichtlich um die 40 Euro je MWh pendeln werden, ohne größere Rückgänge.