14. April, 2024

Reichtum

Ferienluxus bleibt für viele in Deutschland ein Traum

Ferienluxus bleibt für viele in Deutschland ein Traum

Während die Feriensaison in vollem Gange ist, sieht sich fast ein Viertel der deutschen Bevölkerung außerstande, sich auch nur eine einwöchige Urlaubsreise zu gönnen. Die neuesten Zahlen der EU-Statistikbehörde Eurostat, die von der Bundestagsabgeordneten Sahra Wagenknecht beim Statistischen Bundesamt eingeholt wurden, offenbaren, dass 22,6 Prozent in Deutschland finanziell nicht in der Lage sind, sich diesen kleinen Luxus zu erlauben. Den Daten zufolge sind vor allem Alleinerziehende mit Kindern mit 43,2 Prozent und Großfamilien mit zwei Erwachsenen und mindestens drei Kindern mit 31,3 Prozent betroffen.

Im Jahresvergleich zeigt sich zudem eine leichte Zunahme des Anteils der Menschen, für die eine Urlaubswoche zu teuer ist – ein Anstieg um 0,4 Prozentpunkte von 2022 auf 2023. Insbesondere Alleinstehende mit 30,4 Prozent und Paare ohne Kinder mit 22 Prozent fühlen die finanzielle Enge mehr als Doppelverdiener ohne Kinder. Bei Familien mit Kindern ist der Prozentsatz derer, die sich keine Urlaubsreise leisten können, zwar minimal von 23,7 auf 23,5 Prozent gesunken, liegt aber dennoch über dem Durchschnitt.

Die Spitzenpolitikerin Sahra Wagenknecht sieht in den aktuellen Zahlen ein beschämendes Zeugnis der sozioökonomischen Entwicklung in Deutschland. Sie kritisiert die derzeitige Bundesregierung für eine Politik, die zu einer Verarmung großer Bevölkerungsteile geführt habe. Als Reaktion auf die statistischen Erkenntnisse fordert sie eine grundlegende Umkehr in der Wirtschafts- und Sozialpolitik des Landes.

Die Eurostat-Datenverläufe aus den vergangenen Jahren geben Aufschluss darüber, dass der Anteil der Personen, die sich keine einwöchige Auszeit leisten können, kontinuierlich um ca. ein Fünftel schwankt - ein Trend, bei dem die wirtschaftlichen Turbulenzen infolge des Konflikts zwischen Russland und der Ukraine eine wesentliche Rolle gespielt haben dürften.