12. April, 2024

Pharma

Experten fordern mehr Prävention im Angesicht der Cannabis-Legalisierung

Experten fordern mehr Prävention im Angesicht der Cannabis-Legalisierung

Mit der bevorstehenden legalen Freigabe von Cannabis in Deutschland rücken die Risiken für Jugendliche und junge Erwachsene verstärkt in den Fokus. Euphrosyne Gouzoulis-Mayfrank, die designierte Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (DGPPN), betont die Notwendigkeit intensiver Präventionskampagnen in dieser Altersgruppe. Sie warnt davor, dass Jugendliche trotz des offiziellen Verbots einfacheren Zugang zu Cannabisprodukten erhalten könnten. Besonders problematisch sieht die Psychiaterin die Gefahren im Straßenverkehr und das Risiko für Vergiftungen bei Kleinkindern, die Cannabis unbemerkt konsumieren könnten.

Die DGPPN hegt zudem Bedenken gegenüber der festgelegten Altersgrenze von 18 Jahren für legale Cannabisprodukte. Da das menschliche Gehirn bis etwa zum 25. Lebensjahr Reifeprozesse durchläuft, könnten Konsumfolgen wie Psychosen das Leben der Betroffenen dauerhaft beeinträchtigen. Gleichzeitig weist Gouzoulis-Mayfrank darauf hin, dass präventive Maßnahmen sowie fundierte Aufklärungskampagnen, vergleichbar mit denjenigen gegen Alkoholmissbrauch und HIV, essentiell seien, jedoch sowohl zeitlich als auch finanziell nicht kurzfristig realisierbar sind.

Trotz dieser Bedenken tritt das neue Cannabisgesetz am Ostermontag in Kraft und hebt die allgemeine Illegalität des Cannabisbesitzes auf – unter strikten Auflagen. Für Personen über 18 Jahre wird der Besitz von Cannabisprodukten bis zu einer Menge von 25 Gramm zum Eigengebrauch sowie der Anbau von bis zu drei Pflanzen erlaubt. Ebenso wird die Abgabe von Cannabis in kontrollierten Rahmen durch spezielle Vereine reglementiert.