17. Juli, 2024

Märkte

EuroStoxx 50 unter Druck: Politische Unsicherheiten und fehlende US-Zinssignale belasten Märkte

EuroStoxx 50 unter Druck: Politische Unsicherheiten und fehlende US-Zinssignale belasten Märkte

Der EuroStoxx 50 setzte am Dienstag seine Verluste vom Wochenbeginn merklich fort. Laut Analyst Pierre Veyret vom Handelshaus Activtrades trägt die unklare politische Lage in Frankreich zu dieser Entwicklung bei. Nach der Parlamentswahl und der Niederlage des Mitte-Lagers von Präsident Emmanuel Macron wird weiterhin nach Regierungsoptionen und potenziellen Premierminister-Kandidaten gesucht. Hinzu kommen die Schwierigkeiten des Eurozonen-Leitindex, die psychologisch wichtige Marke von 5.000 Punkten zu überwinden.

Der Vorsitzende der US-Notenbank Fed, Jerome Powell, konnte bei einer Anhörung vor dem US-Senat ebenfalls keine Entwarnung geben. Er signalisierte nicht die erhoffte baldige Leitzinssenkung und betonte, dass die jüngsten Inflationsdaten nur "bescheidene weitere Fortschritte" zeigen. Eine voreilige oder starke Zinssenkung könnte den Fortschritt bei der Inflationsbekämpfung gefährden.

Infolgedessen verlor der EuroStoxx 50 1,33 Prozent und schloss bei 4.903,62 Punkten. Der französische Cac 40 sackte um 1,56 Prozent auf 7.508,66 Zähler ab, während der britische FTSE 100 um 0,66 Prozent auf 8.139,81 Punkte fiel.

Europaweit litten die Ölwerte unter den Entwicklungen. Der Hurrikan Beryl richtete im Golf von Mexiko weniger Schaden an als befürchtet, was den Ölpreis belastete. Besonders schwere Verluste verzeichnete der Ölkonzern BP, der eine Abschreibung von bis zu zwei Milliarden US-Dollar ankündigte. Ein negativer Bericht von Analyst Matthew Lofting von der US-Bank JPMorgan tat sein Übriges. Die BP-Aktien brachen in London um über vier Prozent ein.

Auch andere britische Unternehmen verzeichneten deutliche Kursverluste. So fielen die Aktien des Luxusgüterkonzerns Burberry am Ende des FTSE 100 um 4,5 Prozent. Neue Daten des British Retail Consortium und der Unternehmensberatung KPMG zeigten einen Rückgang der Einzelhandelsumsätze im Juni im Vergleich zum Vorjahr.

In Paris belastete eine Gewinnwarnung die Aktien des Softwareunternehmens Dassault Systems, die um über fünf Prozent einbrachen. Analyst Charles Brennan von Jefferies sieht auch weiterhin Risiken und hält die neue Unternehmensprognose für nicht konservativ genug. Eine ähnliche Entwicklung war bei der Pagegroup zu beobachten; deren Aktien fielen um vier Prozent, während der Wettbewerber Adecco in Zürich sogar um 4,5 Prozent absackte.

Besondere Aufmerksamkeit erregte eine Gewinnwarnung des Verpackungsherstellers Verallia. Diese deutet laut Jefferies-Analysten auf die Probleme im Verpackungssektor hin, insbesondere für alkoholische Getränke. Die Aktien von Verallia stürzten um mehr als 18 Prozent ab.