Der Euro hat am Dienstag nach der Rede des US-Notenbank-Vorsitzenden Jerome Powell ein wenig an Wert verloren. Am Nachmittag notierte die Gemeinschaftswährung bei 1,0817 US-Dollar, nachdem sie am Morgen noch etwas höher gestanden hatte. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0814 US-Dollar, was einem leichten Rückgang gegenüber dem Montag entspricht.
Powell äußerte sich bei einer Anhörung vor dem US-Senat zur aktuellen Inflationsentwicklung. Er betonte die Notwendigkeit weiterer "bescheidener Fortschritte" bei der Preisentwicklung und sah noch keinen Anlass für eine baldige Leitzinssenkung. "Mehr gute Daten" würden das Vertrauen stärken, dass sich die Inflation nachhaltig in Richtung des von der Fed angestrebten Zielwerts von zwei Prozent bewegt.
Elmar Völker, Volkswirt bei der Landesbank Baden-Württemberg, kommentierte, dass Powell weiterhin keine genauen Hinweise gegeben habe, wie lange die Fed das aktuelle Leitzinsniveau beibehalten will. Völker sieht die Konjunkturaussichten eingetrübt, was jedoch aus seiner Sicht keine unmittelbare Zinswende im Juli erwarten lässt. Sollten sich in den kommenden Wochen Hinweise auf eine Abschwächung der Konjunktur verdichten, könnte die Fed-Sitzung im September der geeignete Zeitpunkt für den Beginn einer Phase der geldpolitischen Lockerung sein.
Die Reaktionen am Devisenmarkt blieben insgesamt verhalten. Wichtige Konjunkturdaten aus den USA und der Eurozone fehlten, die für stärkere Impulse hätten sorgen können.
Neben dem US-Dollar legte die EZB auch die Referenzkurse für andere bedeutende Währungen fest. Ein Euro entspricht demnach 0,84491 britischen Pfund, 174,20 japanischen Yen und 0,9712 Schweizer Franken. Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 2364 US-Dollar und damit etwa 6 Dollar höher als am Vortag gehandelt.