27. Mai, 2024

Wirtschaft

Euro legt nach US-Inflationsdaten zu: Notenbank-Politik weckt Zuversicht

Euro legt nach US-Inflationsdaten zu: Notenbank-Politik weckt Zuversicht

In entspannter Erwartung auf eine gelockerte Geldpolitik seitens der US-Notenbank reagierte der Euro am Mittwoch mit einem Zuwachs auf die jüngsten Inflationsdaten aus den Vereinigten Staaten. Im Tagesverlauf kletterte die europäische Gemeinschaftswährung auf 1,0862 US-Dollar, nachdem sie am Morgen noch leicht schwächelte. Die Europäische Zentralbank (EZB) fixierte den Tagesreferenzkurs auf 1,0832 Dollar, ein spürbarer Anstieg im Vergleich zum Vortag.

Die Inflation in den USA hat im April Anzeichen einer Abschwächung gezeigt, sowohl im Monats- als auch im Jahresvergleich fielen die neuen Zahlen etwas weniger drastisch aus, als von Analysten prognostiziert worden war. Ein zusätzlicher Dämpfer für die Erwartungen war das ausbleibende Wachstum der Einzelhandelsumsätze, was gegenüber den Markterwartungen eine Stagnation bedeutet.

Diese Konstellation aus Inflations- und Verkaufsdaten schürte bei Investoren Hoffnungen, dass die Federal Reserve (Fed), die US-amerikanische Zentralbank, ihre bislang straffen Zügel der Geldpolitik möglicherweise vorzeitig lockern könnte. Elmar Völker, Experte bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), äußerte sich erleichtert über die Inflationsraten und deutete an, dass die Fed möglicherweise zweimalig die Leitzinsen im Laufe des Jahres reduzieren könnte.

Im Bereich der Industrieproduktion zeigte die Eurozone eine aufsteigende Tendenz: Im März wurde die Herstellungsleistung gegenüber den Erwartungen deutlich gesteigert und auch die Resultate des Vormonats nachträglich nach oben adjustiert. Die EU-Kommission bestärkte ihre Vorhersage für das Wirtschaftswachstum in der Eurozone – erwartet wird eine Zunahme von 0,8 Prozent für das Jahr 2024. Bei Deutschland prognostiziert sie allerdings nur ein marginales Wachstum von 0,1 Prozent.

In Bezug auf andere führende Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro wie folgt fest: 0,85840 britische Pfund, 168,43 japanische Yen und 0,9800 Schweizer Franken. Das Edelmetall Gold präsentierte sich stärker und wurde in London mit 2375 Dollar pro Feinunze gehandelt, was einen Anstieg von etwa 17 Dollar im Vergleich zum Vortag bedeutet.